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	<title>schuehsch.net &#187; Missy</title>
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	<description>Das Feuerwerk der Möglichkeiten</description>
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		<title>Aufklärungsunterricht in Sachen Popfeminismus &#8211; Wie es war</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Dec 2008 00:55:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schuehsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gutenachtgeschichten]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie bereits angekündigt, war ich heute in der Aula der Universität des Saarlandes (UdS) um Sonja Eismann, Herausgeberin des Missy Magazines (über das kürzlich hier gebloggt wurde), aus ihrem Buch &#8220;Hot Topic: Popfeminismus heute&#8221; lesen zu hören. 
Angekündigt war die Veranstaltung als Aufklärungsunterricht in Sachen Popfeminismus mit anschließendem Konzert von Poodle Curry. Schöner Gag: Eintritt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://schuehsch.net/2008/12/03/bunter-popfeminismus/">Wie bereits angekündigt</a>, war ich heute in der Aula der <a href="http://www.uni-saarland.de/">Universität des Saarlandes</a> (UdS) um <a href="http://www.plastikmaedchen.net/stories/2/">Sonja Eismann</a>, Herausgeberin des <a href="http://missy-magazine.de/">Missy Magazines</a> (über das <a href="http://schuehsch.net/2008/10/31/femme-geek-chic/">kürzlich hier gebloggt wurde</a>), aus ihrem Buch &#8220;<a href="http://www.ventil-verlag.de/titel.php?pid=626">Hot Topic: Popfeminismus heute</a>&#8221; lesen zu hören.</strong> </p>
<p><a href="http://www.asta.uni-saarland.de/service/veranstaltungskalender/cal/20081204/event/tx_cal_phpicalendar/popfeminismus/">Angekündigt war die Veranstaltung als Aufklärungsunterricht in Sachen Popfeminismus</a> mit anschließendem Konzert von Poodle Curry. Schöner Gag: Eintritt 2 €, für Männer frei. <span id="more-583"></span>Das haben auch viele genutzt. Nach meiner vorsichtigen Schätzung waren 70 Leute da, davon habe ich knapp die Hälfte für Männer gehalten. Zwischen Konzert und Lesung gab es dann noch eine seichte Gesprächsrunde zum Themenkomplex. Kurz zur Musik: Leider habe ich nur die ersten zwei Lieder mitbekommen. Und nach dieser Kostprobe will ich mehr und werde zu einem Konzert gehen.<br />
Die Aula ist relativ groß und war nur etwa zur Hälfte bestuhlt (was auch mehr als ausreichend war). Im vorderen Bereich wurden auf Stellwänden passende <a href="http://www.flickr.com/photos/schuehsch/3083279398/in/set-72157610733790766/">Artikel</a>, Titelblätter und <a href="http://www.flickr.com/photos/schuehsch/3083278092/in/set-72157610733790766/">Comics</a> ausgestellt (dabei natürlich das <a href="http://www.flickr.com/photos/schuehsch/3083278904/in/set-72157610733790766/">Missy Magazine mit einer eigenen Stellwand</a>). Das war sicherlich nicht mit übermäßig viel Aufwand verbunden, hat zur Einstimmung aber gut funktioniert und wurde rege genutzt.</p>
<div align="center"><a href="http://schuehsch.net/wp-content/uploads/sonja_eismann.jpg" rel="lightbox"><img src="http://schuehsch.net/wp-content/uploads/sonja_eismann.jpg" alt="" title="Sonja Eismann" width="300" height="199" class="aligncenter size-medium wp-image-470" /></a></div>
<p>Die Organisatorin Florentine Hirsch stellte Sonja so enthusiastisch vor, dass diese sich erst mal ausgiebig dafür bedankte, dann aber leider selbst beim Lesen Begeisterung vermissen ließ. In einer zu eng bestuhlten und schlecht beleuchtetet Aula hat Sonja ausschnittsweise die Beiträge von Chris Köver, Stephanie Müller, Ina Freudenschuss und Julie Miess aus dem Buch sowie einen kurzen Text aus dem Missy Magazine von Christiane Rösinger vorgelesen. Die Texte sind unterhaltsam geschrieben und haben mir in der Kombination eine gute Vorstellung gegeben, worum es in diesem Buch geht und was zur Bandbreite des Themas Popfeminismus gehören könnte. Was Popfeminismus genau ist, weiß ich immer noch nicht, aber vielleicht wurde das auch erzählt, während ich damit beschäftigt war, <a href="http://www.flickr.com/photos/schuehsch/sets/72157610733790766/">Bilder zu machen</a>.<br />
Das Buch scheint einen umfassenden Überblick über aktuelle Trends und Entwicklungen im Feminismus zu geben und wird sehr durch den Blick über den Tellerrand (zum Beispiel nach Amerika) bereichert. Die Herausgeberin hat das Publikum weder mit ihrer Textauswahl noch mit ihrer Vortragsweise überfordert. Einige Lacher aus den Reihen des klatschfaulen Publikums haben sie da mehrfach bestätigt. Wo es nötig war, hat Sonja Erklärungen geliefert, ohne jemanden für dumm zu verkaufen. Lesung, Gesprächsrunde und Konzert zu verbinden war eine hervorragende Idee, ist dem Thema sehr gerecht geworden und hat auch für das Publikum gut funktioniert.</p>
<p>Auf dem Podium: <a href="http://www.bredebusch-sb.de/MB-gmk/marion.htm">Marion Bredebusch</a> (Moderation), Sonja Eismann, <a href="http://www.uni-saarland.de/verwalt/beauftr/frauen/">Dr. Sybille Jung</a> (Frauenbeauftragte der UdS), <a href="http://www.phil.uni-sb.de/FR/Medienzentrum/Medienzentrum.html">Jürgen Müller-Ney</a> (Geschäftsführer des Medienzentrums der UdS &#8211; und ja, ich finde deren Homepage auch peinlich), <a href="http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&#038;friendID=201820787">Inez Schaefer</a> (Sängerin von Poodle Curry) und <a href="http://www.uni-saarland.de/fak5/orga/personenschwab.htm">Dr. Frank Schwab</a> (PD für Medien- und Evolutionspsychologie an der UdS) sowie <a href="http://www.jusohsg-saar.de/content/view/284/">Florentine Hirsch</a> (Organisatorin, ehemals AStA-Referentin für Familie und Gleichstellung).<br />
In entspannter aber nicht kontroverser Runde wurden die kurzen Monologe der Teilnehmer von Marion Bredebusch zu einem Gespräch unter Einbeziehung von Publikumsfragen verknüpft. Einige Auszüge:</p>
<blockquote><p>In der ersten Stunde Informatikunterricht: Die Mädchen sollen sich ganz nach hinten setzen, die machen nur die Computer kaputt &#8211; <em>Dr. Sybille Jung</em></p></blockquote>
<p>Das Auftreten der Fauenbeauftragten der Uni war angenehm persönlich (&#8220;Lasst den Begriff &#8220;Rabenmutter&#8221; nicht zu!&#8221;). Dr. Sybille Jung hat die Veranstaltung weniger zur Bewerbung der Uni genutzt, sondern das Gespräch mit persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen bereichert. Trotzdem spannend, was sie über die Uni erzählte: Seit Jahren liegt der Anteil der Studentinnen über 50 Prozent. Die absolut 29 Professorinnen machen jedoch nur 11 % des Gesamtprofessoriums aus (womit man knapp unterm Bundesdurchschnitt liegt).</p>
<blockquote><p>Woran liegt&#8217;s denn nun? Sind&#8217;s die bösen Männer oder sind wir Frauen zu doof? -<em>Zuschauerfrage</em></p></blockquote>
<p>Wahrscheinlich unvermeidlich steuerte das Gespräch auf die Frage zu, wer an der Nicht-Gleichberechtigung denn nun Schuld sei. Sonja Eismann nannte mehrere Faktoren, die zusammenspielen: Es gäbe keine vorbildlichen weiblichen Rollenbilder, in der Sozialisation würden nach wie vor Männer dafür gelobt sich durchzusetzen und Frauen dafür, wenn in der Familie alles gut läuft. Spätestens bei der Kindererziehung würden viele Frauen ins Familiär-Häusliche gedrängt oder würden dies bewusst wählen. Schließlich hätten Männer die besseren Netzwerke und es gäbe einfach noch zu viele Rollenbilder, die überwunden werden müssten.</p>
<blockquote><p>Frauen sind keine Minderheit, die sich wehren muss. Sie bevölkern den halben Planeten! -<em>Zuschauerkommentar</em></p></blockquote>
<p>Wie alles so dahin plätscherte, kam aus dem Publikum der Einwand einer jungen Frau, dass sie von der Veranstaltung enttäuscht sei und sich etwas anderes versprochen habe &#8211; Aufklärungsunterricht eben. &#8220;Mir fehlen die neuen Impulse, das habe ich alles schon mal gehört. Ich hatte mir neue Rollenbilder erhofft oder Erläuterungen, wie man denn nun emanzipiert zusammen lebt.&#8221;, beschwerte sie sich. Reagiert wurde darauf mit dem Hinweis, dass die Probleme und die Themen immer noch die gleichen seien und es außerdem erstrebenswert sei, außerhalb von Rollenbildern zu leben (Sonja Eismann). Wiederum aus dem Publikum kam die Reaktion, dass Feminismus &#8220;ein kollektives Projekt ist und nichts, was man nur konsumiert&#8221;. </p>
<blockquote><p>Sonja Eismann: Ich seh immer nur Frauen die umgebracht werden.<br />
Dr. Frank Schwab: Ja, das ist das Problem, wenn man nicht zählt.</p></blockquote>
<p>Dr. Frank Schwab erzählte von einigen seiner Untersuchungen, zum Beispiel einer über den Tatort und die Fragen, ob dort mehr Frauen oder Männer umgebracht werden (deutlich mehr Männer) und wie sich das Verhältnis der Kommissarinnen zu ihren Kollegen entwickelt hat. Interessanterweise ist das Verhältnis von weiblichen und männlichen Kommissaren im Tatort völlig unrealistisch. Bis vor kurzem gab es in Deutschland genau eine Kommissarin in der Mordkommission und die wurde pensioniert. Einen interessanten Denkanstoß hat er in seinem Schlusswort gegeben, indem er darauf hinwies, dass &#8220;Rollen&#8221; als Begriff schon Metaphern sind und man besser von Regie sprechen solle.</p>
<blockquote><p>Wenn sie nicht tätig werden- und zwar jetzt &#8211; verändert sich nichts. -<em>Zuschauerkommentar</em></p></blockquote>
<p><strong>Fazit:</strong> Die Veranstaltung war deutlich weniger hip als ich befürchtet hatte. Die Atmosphäre war locker und entspannt, ein paar Denkanstöße habe ich mitgenommen, aber keine leuchtenden Erkenntnisse. Von daher hätte der Veranstaltung mehr Biss und Heterogenität unter den Gesprächspartnern gut getan.<br />
Dadurch werden aber weder Buch noch Thema weniger spannend. Es muss noch viel passieren.</p>
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		<title>Femme-Geek-Chic</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Oct 2008 10:28:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schuehsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fragen und Antworten]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Brauchen Frauen Girl Geek Dinner und ein Magazin wie Missy?&#8221; ist die falsche Frage. &#8220;Wollen wir das?&#8221; muss es richtig heißen. Wollen wir kollektiv aufgemuntert werden und uns zusammenrotten, weil wir es ach-so-schwer haben? Die Antwort kann nur &#8220;Nein!&#8221; &#8211; mit geballten Fäusten &#8211; heißen. Was will dann dieses Magazin von uns?
Eine konzentrierte Lektüre der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Brauchen Frauen Girl Geek Dinner und ein Magazin wie Missy?&#8221; ist die falsche Frage. &#8220;Wollen wir das?&#8221; muss es richtig heißen. Wollen wir kollektiv aufgemuntert werden und uns zusammenrotten, weil wir es ach-so-schwer haben? Die Antwort kann nur &#8220;Nein!&#8221; &#8211; mit geballten Fäusten &#8211; heißen. Was will dann dieses Magazin von uns?</p>
<p><strong>Eine konzentrierte Lektüre der ersten Ausgabe des <a href="http://missy-magazine.de/">Missy Magazine</a>.</strong><span id="more-543"></span></p>
<p>Um vorne zu beginnen: Der Ring am Finger des Mädchens auf dem Cover, der ist ganz weit vorne #auch_will<br />
Ausnahmsweise erntet auch ein Editorial bereits Respekt von mir: Man (! &#8211; alles andere wäre auch albern) erscheint im Selbstverlag. Im Editorial formuliert die Redaktion einen Anspruch an ihr Produkt. Sie wollen etwas sein, was bisher fehlte.</p>
<blockquote><p>Ein Magazin [...] das mit einer feministischen Haltung über Popkultur, Politik und Style berichtet, uns [Frauen; junge Frauen!?] für voll nimmt, statt uns als Summe unserer Problemzonen zu behandeln.</p></blockquote>
<p>&#8220;Naja, populistisch&#8221;, denk ich und schaue weiter.<br />
Das Layout schwankt irgendwo zwischen <a href="http://www.brandeins.de/home/index.asp">brand eins</a>, <a href="http://www.spex.de/">spex</a> und <a href="http://www.intro.de/">intro</a>. Schön, dass hier Frauen am Werk sind und mit dem Anspruch, etwas Neues, Anderes zu machen, nicht alles, was schon da ist, verteufeln. Da überrascht es dann auch nicht, dass <a href="http://www.katjaruge.de/portfolio/index.php">Katja Ruge</a> mit im Boot sitzt und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dietmar_Dath">Dietmar Dath</a> kurz was über Frauen und weibliche Fähigkeiten sagen darf.<br />
Namen wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christiane_R%C3%B6singer">Christiane Rösinger</a> als zur Ausgabe Beitragende und <a href="http://lahengst.com/">Bernadette La Hengst</a> als Zuwortkommende halten dann auch das Versprechen echter Popkultur. Darüberhinaus gibt es auch schön viel Kunst. Dinge, die nicht so flüchtig sein müssen, wie man das bei Vielem erlebt, was &#8220;in&#8221; ist oder war. In diesem Zusammenhang: Das Magazin ist nicht übermäßig Berlin-lastig. Sehr wohl Norddeutschland-lastig, fällt mir aber nicht unangenehm auf.<br />
Hübsches Detail: Seitenzahlen stehen nur unten links, also auf den geraden Seiten &#8211; wenn dort keine Werbung ist. Ja, da ist Werbung im Heft. Tatsächlich habe ich davon weniger ignorant überblättert als es bei der Lektüre anderer Publikationen der Fall ist.<br />
Im Städtetipp werden Plätze empfohlen an denen man am besten &#8220;essen, einkaufen und knutschen kann&#8221;. Genau das braucht man. Im Heft steht viel, was in Deutschland nur bedingt statt findet &#8211; es hat einen angenehm weiten Horizont. Hach, und dennoch schön &#8211; das Saarland kommt auch vor *zwinker*<br />
Was natürlich an <a href="http://www.neon.de/">Neon</a> et al. erinnert, ist die Antwortengalerie zur Frage </p>
<blockquote><p>Wann hast Du Dich das letzte Mal aufgrund Deines Geschlechts benachteiligt gefühlt?</p></blockquote>
<p> Da geben dann Frauen und auch zwei Männer mehr oder weniger zu erwartende Antworten. Illustriert mit &#8211; Achtung, jetzt wird&#8217;s hip &#8211; Polaroid-look-alike-Bildern.<br />
Natürlich geht es auch um Sex. Was ich ungefähr zum ersten Mal in meinem Leben sehe: eine einseitige Anzeige für einen Vibrator. Der ist auch noch für den Designpreis 2009 nominiert und hat 2008 den reddot design award gewonnen. Wenn ich Zweifel hatte, was das hier für ein Heft ist, was das eigentlich von mir will: jetzt weiß ich es schon ziemlich genau.<br />
Dann ein unsanfter Aufprall: Es gibt einen Artikel über Genitalverstümmelung bei Frauen und Mädchen. Das ist ne ziemlich harte Nummer, ist auch alles andere als Unterhaltung, ist aber Realität. Und ich bin versucht zu sagen: Muss sein, man kann nicht genug darüber informieren und dagegen tun. Das ist keine Popkultur, das ist irgendwo zwischen Aufklärung, Politik und Gesellschaftskritik. Ein bisschen Anmaßung lohnt sich.<br />
Ungleichberechtigung ist überall, im ganzen Heft Thema. Wenn man der Ansicht ist, dass die Thematisierung von Ungleichberechtigung Quatsch ist, oder es sich dabei gar um einen natürlichen Zustand handelt, wird man das natürlich nicht mögen. Hält man Ungleichberechtigung für den Untergang des Abendlandes wird man sich aufregen, dass hier nicht zum Sturm auf die Bastille gerufen wird. Liest man das Heft einfach mal entspannt durch, wird einem angenehm auffallen, wie unverkrampft dieses große Thema angesprochen wird, wie selbstverständlich und locker es Teil des Heftes ist; wie sie &#8220;<a href="http://twitter.com/mmmatze/status/981932252">feministische Positionen vertreten, ohne die Emma zu machen. das wirkt Souverän</a>.&#8221;</p>
<blockquote><p>Es ist doch so: Wenn Popkultur-Journalismus ein Spielplatz ist, dann sind 80 Prozent dieses Spielplatzes von Jungs besetzt. [...] Missy ist so etwas wie Gummitwist, reserviert für Mädchen. (Editorial)</p></blockquote>
<p> Gummitwist mochte ich nie, aber ich fange an, die Missy zu mögen.<br />
Bewährungsprobe. Die Klamottenseiten sind mehr so lala &#8211; was schade ist, da ich mir inter der im Web stehenden Überschrift (&#8220;<a href="http://missy-magazine.de/missy-0108/">SCHLAU ANGEZOGEN – Diese Frauen wissen Bescheid über Computer, Musik und Wissenschaft und sehen dabei irgendwie super aus. Die besten Streberinnen-Outfits für diesen Herbst.</a>&#8220;) etwas viel Tolleres erhofft hatte. Die Accessoires sind toll und tragbar was für die Kleidungsstücke nur begrenzt gilt. Nach den Preisen habe ich gar nicht erst geschaut, ahne aber nichts Erfreuliches. Aber dann gibt es da ja noch den Hinweis auf die modischen Kleinode von den Wühltischen irgendwelcher Supermarktketten. Das wäre aber ehrlich gesagt deutlich hilfreicher, wenn direkt dabei stünde, in welchem Supermarkt diese Schätze zu finden sind. Auch in Zeiten von Google darf man Quellen nachvollziehbar angeben. <a href="http://www.hobnox.com/index.de.html">Hobnox</a> unterstützt die Missy (Winner of <a href="http://www.hobnox.com/index.1302.de.html">Evolution Contest</a>). Das Preisgeld finanziert das Heft bzw. die Arbeit, die dahinter steckt.<br />
Im Magazin sagen Frauen brauchbare Sätze wie: </p>
<blockquote><p>Die [Mode] ist ein phantastisches Spielzeug. Sie kann meine Laune in Minuten aufpolieren. [...] Mein Flohmarkt heißt Ebay.</p></blockquote>
<p> Das überlese ich nicht einfach so, mir gefällt das. Das ist nicht altbacken, aber auch nicht so hip, dass ich mich doof fühle.<br />
Das Bedürfnis nach dem Howto &#8220;Wie klebe ich mir einen Bart&#8221; mit dem Literaturtipp&#8221;<a href="http://www.dragkingbuch.de/">Drag Kings &#8211; Mit Bartkleber gegen das Patriarchat</a>&#8221; scheint mir maximal mangelhaft zu sein und riecht dann doch etwas nach <a href="http://emma.de/">Emma</a>. Und wenigstens der Titel des Buchtipps lässt die sonst so vorzügliche Entspannung des Magazins im &#8220;Geschlechterkampf&#8221; vermissen. Aber vielleicht verstehe ich es auch einfach nur nicht.</p>
<p>Die Missy ist kein Anfang. Die Missy ist keine Revolution, weil das albern wäre. Und die in vier Ausgaben pro Jahr wohl auch nicht zu machen wäre. Die Missy holt mich da ab, wo ich bin und bringt mich ein Stück weiter.<br />
Ich mag das Papier, aber die Druckerschwärze stinkt unangenehm. Im Impressum steht, dass die sich ein Korrektorat leisten, so lesen sich die Texte auch.<br />
Dann waren da noch Platten- und Filmkritiken, Buchbesprechungen und Kunst. Fehlen eigentlich nur noch Computerspiele und Comics. Ah, und da, im Comic auf der letzten Seite ist dann auch ein bisschen Gefühlsduselei. Prima.<br />
Nachdem ja nun klar ist, was diese Zeitschrift hinter sich gelassen hat, hoffe ich auf Texte über weibliche Führungskräfte und Vorgesetzte und noch irgendwie Auseinandersetzung mit Gefühlsduselei. </p>
<p>Was will das nun von mir? Will ich Missy? Ernstgenommen fühl ich mich (ich möchte sagen: Trotz des Titels der ganzen Geschichte) und &#8220;das Weibliche&#8221; in den Texten und Themen sehe ich auch &#8211; nicht nur da, wo Frauen interviewt werden. Und Missy ist unabhängig von Verlagen. Ich denke ernsthaft über ein Abo nach. Langzeittest, schauen, wie es wird. Einen langen Atem wünsche ich der Redaktion. Wer noch ein Heft der ersten Ausgabe will, sollte sich wohl beeilen -<a href="http://missy-magazine.de/2008/10/23/whoa/"> im Blog steht</a>, sie hätten nicht mehr viele.</p>
<p>PS<br />
Liebe Missy-Redaktion: Wenn ihr das nächste Mal jemande braucht, die euch etwas in Lautschrift transkribiert, <a href="mailto:info@schuehsch.net">schreibt mir &#8216;ne Mail</a> weil das, was da auf Seite 49 steht, das ist&#8230; äh&#8230; Humbug. </p>
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