Drüben bei Beetlebum, der autobiografischen online Graphic Novel von Johannes Kretzschmar, ist ein ein besonders toller Comic erschienen. Das ist schon was wert, wenn ein Mann klar formulieren kann, dass er sich durch Frauen die “alles” können in seiner Männlichkeit bedroht fühlt. Schade aber, dass es Männern überhaupt so geht. Begegnet einem viel zu oft und hat selten positive Konsequenzen. Und es passt auch sehr gut zu Berlin.
Passiert das eigentlich auch Frauen? Dass Frauen sich von Männern in ihrer Weiblichkeit bedroht fühlen?
Es muss in der 10. Klasse gewesen sein. Mit wenigen anderen Schülern aus verschiedenen Jahrgängen zusammen hatte ich Montags Nachmittags “Werte & Normen” statt Religions-Unterricht. Es ging um die Frage, was der Mensch wirklich braucht. Ich war noch damit beschäftigt darüber nachzudenken, ob ich nehben Taschenmesser, Armeeschlafsack und Feuerzeug auf meiner Zahnbürste beharren sollte, als Klassenkameradin Jana sprach: “Naja… alles. Ich muss mich morgens schminken, mir die Zähne putzen, Haare shampoonieren, Füße waschen, frisch gereinigte Kleidung anziehen und so weiter.” Ich widersprach ihr mit dem bereits formulierten Gedanken und zettelte damit eine unheimliche Diskussion an. Ich hatte den Eindruck sie mit der Andeutung, dass man auch kaltes klares Wasser aus einem Bach zum Waschen, statt warmen, geklärtem Nass aus Hähnen und Brausen nehmen könnte, zu schockieren. Danach dachte ich viel über Waschzwänge nach und warum ich wohl keinen habe.
Ich denke oft an die Klassenkameradin Jana und ihre Erschütterung bei der Idee, man könne ohne Makeup leben. Sie meinte das ernst. Sie glaubte wirklich daran. Vielleicht tut sie es noch heute, ich weiß es nicht.
Manchmal, wenn ich morgens im Bad 10 Minuten länger gebraucht habe als sonst, weil es mir doch mal wieder angebracht schien, meine Haare zu fönen, dann denke ich an sie. Und frage mich, warum ich eigentlich kein Puder will. Ich könnte viel mädchenhafter sein. Dann könnte ich mich noch viel mehr mit mir selbst beschäftigen. Mich auf mein Äußeres fixieren anstatt meine Fahrradkette zu ölen. Offensichtlich habe ich nicht das Zeug zur Diva.
Ich habe heute morgen nicht geduscht.
Seit einigen Monaten gebe ich Seminare für JUZ United – den Verband saarländischer Jugendzentren in Selbstverwaltung e.V. Dabei geht es um die Klärung von Begriffen wie Emanzipatioen, Sexismus, Gleichberechtigung und Feminismus sowie konkrete Fragen, die im jeweiligen Jugendzentrum aufgetaucht sind.
Eben diese Workshops waren für Fresh TV, das Magazin von und über saarländische Jugendzentren, Anlass, mich zu interviewen. In der aktuellen Sendung Nr. 20 sitze ich quasi zwischen Jugendleitercard und DJ-Workshop auf dem Sofa der Moderatorin Catharina Becker und plaudere plakativ bei einer Tasse Tee (nicht im Bild) über Feminismus light.
Alt wie sie war, war sie stolz darauf, alleine zu wohnen und zurecht zu kommen. Ihre Familie war groß und glücklich und ihre Enkelkinder machten gerade Abitur. Seit dem sie alleine war, lebte sie in diesem Stadtteil, in dieser Straße, in dieser Wohnung. Sie wohnte gerne hier weil sie fand, dass es sie jünger machte.
Es war ihr sehr wichtig, dass sie aktiv war, nicht einrostete und viel reiste. (more…)
Musik war schon immer da. Nicht erst seit dem ersten Herzschlag oder Regentropfen, nein Musik war schon viel länger bei ihm. Sein Vater hatte ihm immer Lieder aus seiner eigenen Jugend vorgespielt und die verbrauchten Geschichten dazu erzählt. Das war schön. Dem Sohn gefiel das und er lernte dabei.