ver-bunden.
‘n büschen spät, but still.
So läuft das heute: Katti, ihres Zeichens Internet-Mädchen aus Bochum twitpicte vor ein paar Wochen ein Bild von einem Instant-Tee. Honigartiges Zeug von nectaflor, genannt MyTea, das sich in Wasser lösen und einen leckeren Tee ergeben soll. Als neugieriges Mädchen fragte ich sie in direkter Nachricht, wo es das denn gäbe und bekam auch prompt die Antwort: “noch nicht wirklich probiert, gibts in vier Sorten (Exotik-Grüntee, Kräuter, Zwetschge-Salbei, Beere), gekauft bei dm. Teuer.” Also stiefelte ich in Flip-Flops zu einer Filiale der Drogerie-Kette dm um Instant-Tee zu kaufen. Um diesen Teil abzukürzen: Das gestaltete sich erstaunlich schwierig. Sowas gab es nicht und wie man mir in gepflegtem Saarländisch erklärte, gäb es sowas auch nicht. Naja, das wusste ich zwar besser, brachte aber nicht genügend Elan auf, der Verkäuferin das Konzept von twitter, twitpic und überhaupt dem Web2.0 zu erklären. Allein mal in unserer Fußgängerzone hat dm ja immerhin zwei Filialen. Aber auch die zweite Filiale hatte das Zeug nicht. Und Rossmann auch nicht. 
So gingen Wochen ins Land. Dann gab es doch tatsächlich dieses Instant-Tee-Zeug auch im Saarbrücker dm. W-a-h-n-s-i-n-n! Mittlerweile gab es online in Kattis Blog bereits einen Erfahrungsbericht über die Sorte “Fruchtige Beeren”. Da schnitt das Zeug eher mies ab, zu süß meint die Kollegin.
Also habe ich eine andere Sorte – Zwetschgen Salbei – zugelegt und ausprobiert. Und jetzt bin ich auch da, wo dieser Text hin soll und aber eigentlich auch direkt schon wieder vorbei ist. Nämlich: war gar nicht schlecht. Es schmeckt nach dem, wonach es laut Packung schmecken soll. Es schmeckt nicht so, wie ein gewöhnlicher Aufguss, nein, sondern ist schon ganz ordentlich gesüßt. Mir ist das aber nicht zu viel. Bemerkenswert: sogar in kaltem Wasser löst sich das Konzentrat tatsächlich problemlos auf. Farblich ganz nett – sieht halbwegs nach Tee aus. Was ich nicht mag und weshalb ich es wahrscheinlich auch nicht wieder kaufen werde: der Nachgeschmack, den Sirupe und Instant-Getränke so häufig mit sich bringen.
Ja, so läuft das heute. Ich kaufe mir, was Leute ein paar 100 Kilometer entfernt von mir nicht lecker finden, weil ich neugierig bin und jeder Schritt ist nachvollziehbar, irgendwo im Internet dokumentiert. Man kann das beängstigend finden oder einfach alles, was man an Medienkompetenz und Menschenvertrauen hat, zusammenkratzen und sich hineinstürzen. Das gilt nicht nur für Privatpersonen. Wenn wir alle Glück haben, lesen das alles nämlich auch die Instant-Tee-Hersteller und feilen noch ein bisschen an ihrem Produkt.