mal was anderes

Gutenachtgeschichten — Tags: , , — schuehsch @ 2. August 2008, 18:39

Er schläft. Seit drei Stunden. Endlich. Es ist mitten in der Nacht. Seit Tagen hat er nie länger als wenige Minuten am Stück geschlafen, hat sich selbst wach gehustet oder keine Luft bekommen. Er ist krank. Er liegt in seinem grau bezogenen Bett in einem dunkelgrün gestrichenen Zimmer hinter schwarzen, schweren Vorhängen. Auf dem Fußboden liegen Taschentücher, Geschirr und Besteck, Kleidungsstücke und zerlesene Comics.
Neben ihm auf der Matratze liegt sein Handy. Morgens um sieben klingelt es. Er nimmt ab. Eine Männerstimme brüllt ihn an “HALLO!”. Stille. “ACH SCHEIßE, VERWÄHLT!” und legt auf.
Der Kranke fällt in die Kissen zurück, verschläft den Tag. Am nächsten Morgen ist er gesund, geht arbeiten und kündigt. Zuhause packt er seine Sachen und ruft seine Eltern an. Danach schmeißt er sein Handy weg. Seine Zimmerpflanze stellt er auf die Straße, schließt die Tür doppelt ab und geht.

eigentlich wollte ich doch nur…

Links — Tags: , , , — schuehsch @ 1. August 2008, 13:16

Es ergab sich zu jener Zeit, dass es notwendig erschien, eine Armbanduhr zu besitzen. Es gibt einfach (noch?) zu viele Leute, die ein ständiges aufs-Handy-schauen als unsagbar unhöflich empfinden und nicht verstehen, dass man doch nur die Uhrzeit wissen will und bei weitem nicht auf einen erlösenden Anruf hofft.
Als nun meine neue Uhr mich per Post erreichte (bestellt hatte ich online bei irgendeinem Shop, den irgendwer irgendwann mal in twitter verlinkt hatte) war mir spontan so langweilig, dass ich ein Bild von ihr getwitpict habe. Das war eine super Idee, jetzt weiß ich nämlich, was ich falsch gemacht habe.
Klimaschutz! Ich hätte mir aus Klimaschutzgründen eine mechanische Uhr kaufen müssen. Sowas aber auch…

P.S.
Abgesehen davon, dass das “Ziffernblatt” nicht extra beleuchtbar ist, ist die Uhr große Klasse!

ver-bunden.

Alltag, Links, Test, mit Bild — Tags: , , , , , — schuehsch @ , 12:24

‘n büschen spät, but still.
So läuft das heute: Katti, ihres Zeichens Internet-Mädchen aus Bochum twitpicte vor ein paar Wochen ein Bild von einem Instant-Tee. Honigartiges Zeug von nectaflor, genannt MyTea, das sich in Wasser lösen und einen leckeren Tee ergeben soll. Als neugieriges Mädchen fragte ich sie in direkter Nachricht, wo es das denn gäbe und bekam auch prompt die Antwort: “noch nicht wirklich probiert, gibts in vier Sorten (Exotik-Grüntee, Kräuter, Zwetschge-Salbei, Beere), gekauft bei dm. Teuer.” Also stiefelte ich in Flip-Flops zu einer Filiale der Drogerie-Kette dm um Instant-Tee zu kaufen. Um diesen Teil abzukürzen: Das gestaltete sich erstaunlich schwierig. Sowas gab es nicht und wie man mir in gepflegtem Saarländisch erklärte, gäb es sowas auch nicht. Naja, das wusste ich zwar besser, brachte aber nicht genügend Elan auf, der Verkäuferin das Konzept von twitter, twitpic und überhaupt dem Web2.0 zu erklären. Allein mal in unserer Fußgängerzone hat dm ja immerhin zwei Filialen. Aber auch die zweite Filiale hatte das Zeug nicht. Und Rossmann auch nicht. instant_tee_my_tea
So gingen Wochen ins Land. Dann gab es doch tatsächlich dieses Instant-Tee-Zeug auch im Saarbrücker dm. W-a-h-n-s-i-n-n! Mittlerweile gab es online in Kattis Blog bereits einen Erfahrungsbericht über die Sorte “Fruchtige Beeren”. Da schnitt das Zeug eher mies ab, zu süß meint die Kollegin.
Also habe ich eine andere Sorte - Zwetschgen Salbei - zugelegt und ausprobiert. Und jetzt bin ich auch da, wo dieser Text hin soll und aber eigentlich auch direkt schon wieder vorbei ist. Nämlich: war gar nicht schlecht. Es schmeckt nach dem, wonach es laut Packung schmecken soll. Es schmeckt nicht so, wie ein gewöhnlicher Aufguss, nein, sondern ist schon ganz ordentlich gesüßt. Mir ist das aber nicht zu viel. Bemerkenswert: sogar in kaltem Wasser löst sich das Konzentrat tatsächlich problemlos auf. Farblich ganz nett - sieht halbwegs nach Tee aus. Was ich nicht mag und weshalb ich es wahrscheinlich auch nicht wieder kaufen werde: der Nachgeschmack, den Sirupe und Instant-Getränke so häufig mit sich bringen.
Ja, so läuft das heute. Ich kaufe mir, was Leute ein paar 100 Kilometer entfernt von mir nicht lecker finden, weil ich neugierig bin und jeder Schritt ist nachvollziehbar, irgendwo im Internet dokumentiert. Man kann das beängstigend finden oder einfach alles, was man an Medienkompetenz und Menschenvertrauen hat, zusammenkratzen und sich hineinstürzen. Das gilt nicht nur für Privatpersonen. Wenn wir alle Glück haben, lesen das alles nämlich auch die Instant-Tee-Hersteller und feilen noch ein bisschen an ihrem Produkt.

Erlebnisbericht

Gutenachtgeschichten, Links — Tags: , , , , — schuehsch @ 30. July 2008, 23:07

Wenn man in der Diaspora mit einem Spreeblick-Autor zusammen wohnt, passieren einem ja die seltsamsten Dinge. Das geht von einem Igel auf meinem Schreibtisch über eine defekte Duschkabine hin zu Plug’n'Play-Balkonen und hört auch dort noch nicht auf.
Heute klopft es zu einer Zeit, zu der ich meine Eltern nicht mehr anrufen können würde (habe ich als brave Tochter natürlich bereits heute Nachmittag vor dem Aufstehen gemacht) an meiner Zimmertür. Der werte Herr Mitbewohner wünscht meine Künste als Lottofee in Anspruch zu nehmen. Äh. Aha. Ob ich denn kein Spreeblick lesen würde. Doochdochjasicher. Na, also. Wir verlosen hier und jetzt die Tomte-Karten für Freitag in Kaiserslautern (nicht Karlsruhe, gell, Nicole) und ich muss aufpassen, dass auch alles mit rechten Dingen zu geht. Ok, can do. Was’n Glück, dass meine Karte schon seit Wochen an unserem Kühlschrank hängt ^^
Ja und dann werden ganz unspektakulär Zettelchen aus einem grauen Beutel gezogen. Andere Leute starren 15 Minuten lang wie gebannt auf den ARD-zeigenden Fernseher um die Lottozahlen am Ende der Tagesschau nicht zu verpassen - und wir machen sowas. Fühle mich sehr 2.0.
Passt aber auch sehr gut zu meinem neuen Hobby: Träume erfüllen.

Warum ich nie nach Wien ziehen werde

Gutenachtgeschichten — schuehsch @ 20. July 2008, 16:58

…habe ich vollkommen vergessen, aber an diesem Schild liegt es sicher nicht.

nicht alles, aber viel

mit Bild — Tags: , — schuehsch @ 19. July 2008, 19:45

Trotz umfassender Widrigkeiten habe ich mich in den zwei Wochen offline-Urlaub (tatsächlich habe ich das Internet nur benutzt um eine Zugverbindung für die Heimfahrt zu finden und das Handy blieb auch locker mal 60 Stunden aus) wunderbar erholt. Und ich möchte glauben, dass das dem vielen Wasser zu verdanken ist…

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