
-ohne Worte-
Ich studiere. Da kommt es vor, dass ich Vorlesungen bei Menschen habe, die einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht und auch schon wieder überschritten haben. Tolle Leute, die von irgendwas wirklich irre viel Ahnung haben. Bei so jemandem habe ich jeden Freitag Seminar.
Da lernen wir die wirklich wichtigen Dinge des professionelen Phonetiker-Daseins. Wenn man zum Beispiel eine Studie machen will, muss man sich VORHER Gedanken machen über das wie und warum und so. Das macht man am besten nachts zwischen 2 und 3 Uhr bei einem Gläschen Wein. Das ist auch die beste Umgebung für die Auswertung solcher Studien. Wenn auf den Thesenpapieren keine Weinflecken sind, hat man was falsch gemacht.
Wenn man auf einer Konferenz ist, Vorträge hört und hält und so wichtig ist, dass man zwischen den Vorträgen sogar noch Zeug gefragt wird, sagt man am besten immer “Ja, aber was hätte ich sonst machen sollen?” Das geht immer und ist als hoch wissenschaftlich anerkannt. Ähnliches gilt auch, wenn ein Versuch trotz Gedanken, nächtlicher Stunden und Weinflecken irgendwie nichts gebracht hat, man aber doch etwas dazu veröffentlichen muss. Da schreibt man einfach “Das ist schwer zu operationalisieren.”
Schöne bunte Wissenschaft.
Ich telefonierte mit einem Freund. Und er fragte: “Und, was erlebst Du so Spannendes? – Deinem Blog nach zu urteilen ja nicht viel.” Allein schon, weil es ein Freund ist, den ich neulich mal erwähnte (und zu dem unguten Gefühl ein unspannendes Leben zu haben gesellt sich damit das Gefühl, eigentlich nur einen Freund zu haben, mit dem ich regelmäßig telefoniere), blogge ich jetzt aus Trotz :p
Beginnen (quasi mit dem Hauptteil) möchte ich mit einem Geständnis. Heute sah ich an der Uni einen parasitär schwangeren Jungen mit DJ Bobo-T-Shirt. Nach drei Stunden Koma ging es mir wieder besser und ein Licht auf: Ich hatte auch mal eins. Ja, ein DJ Bobo-Shirt. Tatsächlich hatte ich das bis zu diesem Zeitpunkt verdrängt. Um mein Ansehen zu retten (wobei ich weiß, dass ich auf einem sehr schmalen Grad wandere und es mit Sicherheit Menschen gibt, die nach meinem Rettungsversuch nie wieder dieses Blog lesen werden), möchte ich sagen: Das war zu der Zeit, als ich auch ein Veltins-T-Shirt besaß.
Jedenfalls: Wie kann man studieren, schwarz angezogen sein, einen Bierbauch haben _und_ ein DJ Bobo-Shirt tragen? Irgendwo hört’s doch auf, sollte man meinen.
Der schöne Schluss des Uni-Tages bildete heute ein Gespräch mit meiner Tschechisch-Lehrerin. Sie ist selbst Tschechin und ist eine typische solche, wenn sie nicht sogar den Urtypus der Tschechin für mich verkörpert. Jedenfalls sagte sie zu mir, dass ich eine richtige Pragerin sei und da ich diese ja ebenso toll finde wie Tschechinnen allgemein, war das ein schönes Kompliment. Da krieg ich doch mal wieder Fernweh. Vor allem, weil ich noch so viele Kronen hier rum liegen habe… Aber damit kann ich ja auch in jedem C&A bezahlen, hab ich gesehen…
Der Monster-Titel für meine anstehende geisteswissenschaftliche Magisterarbeit: ARGH! Ich will Dir fressen.
Studieren ist ja gar nicht so 1-fach, wie man immer denkt. Wahrscheinlich vor allem nicht so 1-fach wie ich es mir jetzt so im Endspurt denke… Schon im 2. Semester hätte ich mir nicht mehr vorstellen können, mehr als 18 Wochenstunden (und viel lieber nur 14) zu machen, geschweigedenn morgens um kurz vor 7 aufzustehen um vor der Uni noch schnell 3 Stunden arbeiten zu können. Da ich mir ja aber in den Kopf gesetzt habe, nach diesem Semester scheinfrei zu sein, muss ich mich natürlich ranhalten. Dieses Semester läuft seit Montag und für mich ist noch nicht klar, ob es denn nun das letzte notwendige für mich sein wird, oder eben nicht. Tjaja, ich hatte da einen Stolperstein übersehen und der heißt: “10 Punkte + 1 Hauptseminar” und 10 Punkte sind erstaunlich viel, wenn man bis gestern noch dachte, dass man sie gar nicht braucht.
So beginnt das Semester also etwas bange für mich, fast schon ein bisschen chaotisch, aber schon schön – die Sonne macht’s :)
Viertes Kapitel: Über Gliederung, Einleitung und Schlusswort.
Eine gute Gliederung ist wichtig. Mich erinnert die Gliederung immer daran, was ich denn noch schreiben will und worauf ich hinaus will. Das kann die Gliederung natürlich nur, wenn sie deutlich zeigt, worum es geht. Ich bevorzuge also Kapitelüberschriften, die aussagen, worum es in dem Kapitel geht, aber nicht literarisch wertvoll sind. Ich beginne immer mit einer Einleitung, die auch genau so heißt und beende die Arbeit immer mit einem Schlusswort, das aber nicht unbedingt so heißen muss. Bei dieser Hausarbeit heißt es zum Beispiel “Abschließende Gedanken über das Motiv des Schwans in der modernen Literatur”. Einleitung und Schlusswort sind meist eher kurze Kapitel. Dies gilt besonders für die Einleitung, beim Schlusswort kann das stärker variieren. (more…)
Was auch immer es soll: Ich peil’s nicht.

Auf diesem hochprofessionell erstellten Plakat (das Bild hab ich noch viel professioneller mit meiner überragenden Handykamera gemacht und zwar ganz spontan, also verbitte ich mir Beschwerden über die Bildqualität) steht: “An alle PrüfungskandidatInnen Übersetzen/Dolmetschen Diese Tür darf von Ihnen nicht geöffnet werden!!!” Es hängt an der Tür des Gebäudes A 1.7, durch die man in den botanischen Garten gelangt. Die Fachrichtung “Dolmetschen und Übersetzen” (ja, die heißen anders, is mir aber egal :p) ist in Gebäude A 2.2 angesiedelt, also nur so ganz grob in der Nachbarschaft.
Weiß jemand, was das soll? Was für Prüfungen hatten die (und wann – das Bild ist von Montag), oder ist es jetzt in, die Dolmetscher zu mobben? o.O