Wo bin ich?
Damit die Saarbrücker Studenten und andere Campus-Besucher jetzt auch endlich offiziell wissen, wo sie eigentlich gerade sind - ein hübsches neues Straßenschild.
Damit die Saarbrücker Studenten und andere Campus-Besucher jetzt auch endlich offiziell wissen, wo sie eigentlich gerade sind - ein hübsches neues Straßenschild.
Zum Ferienanfang noch schnell Beobachtungen aus dem letzten Blockseminar. Über meine Mitstudenten lernte ich dort folgendes: Von 15 Studenten haben acht schon mal eine Leiche gesehen, so erklären sie durch Handheben auf Nachfrage des Dozenten. Beim Handzeichen lächelt nur eine Blondine, aus der ersten Reihe verklärt, die anderen Betroffenen schauen bedrückt.
Eine Studentin aus diesem Seminar hat komische Freunde, die Vampir-live-Rollenspiele veranstalten. Gefragt, warum ihre Freunde sowas täten, antwortet sie prompt, ohne Überlegen und Zögern: Realitätsflucht.
Eine andere war schon so oft in Transilvanien, dass sie Bräuche, von denen ich niemals wissen wollte erklären kann. Zum Beispiel ist es dort Brauch, die Toten nach 7 Jahren noch mal auszubuddeln und aufzubahren. Männer, die noch keinen Sex hatten und sterben, werden noch schnell verheiratet weil man glaubt, dass sie sonst zu Vampiren werden.
Nennt man sowas besorgniserregend oder open-minded?
Manchmal sind Amerikanische Vorbilder gar nicht so schlecht. Sie sind zum Beispiel dann ganz ok, wenn Sie die Institutsbibliothek der Germanistik dazu bringen, bis 23 Uhr geöffnet zu haben. Die haben jetzt also an Werktagen von 9 bis 23 Uhr auf und Samstags von 10 bis 15 Uhr. Der Slogan dazu: “Lust auf Late-Night-Lesen?” Ich find’ das prima (naja, ob ich den Slogan mag, überleg ich mir noch ^^) und habe die verlängerten Öffnungszeiten sogar schon genutzt. Bezahlt wird das nicht von den ekligen Studiengebühren, die es hier jetzt gibt, nein, sondern von gaaaaaanz anderem Uni-Geld (wie mir eine Fachkraft versicherte) sondern es wird alles dadurch finanzierbar, dass ein studentisches Unternehmen damit beauftragt wurde, die Bibliothek zu beaufsichtigen. Bis 17 Uhr Führen die Leute Aufsicht, die schon immer Aufsicht geführt haben und danach dann die Angestellten irgendwelcher studentischen Subunternehemer. Ist also alles ganz, ganz toll (ich geh einfach mal davon aus, dass die genau so kompetent sind und mehr als 5 Euro die Stunde bekommen). Was auch niemand gedacht hätte: Die Germanistik-Institutsbibliothek ist als erste derart amerikanisch-fortschrittlich und die anderen ziehen jetzt so allmählich nach. Die Amerikanistik sind angeblich die nächsten. Na denn.
Ich studiere. Da kommt es vor, dass ich Vorlesungen bei Menschen habe, die einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht und auch schon wieder überschritten haben. Tolle Leute, die von irgendwas wirklich irre viel Ahnung haben. Bei so jemandem habe ich jeden Freitag Seminar.
Da lernen wir die wirklich wichtigen Dinge des professionelen Phonetiker-Daseins. Wenn man zum Beispiel eine Studie machen will, muss man sich VORHER Gedanken machen über das wie und warum und so. Das macht man am besten nachts zwischen 2 und 3 Uhr bei einem Gläschen Wein. Das ist auch die beste Umgebung für die Auswertung solcher Studien. Wenn auf den Thesenpapieren keine Weinflecken sind, hat man was falsch gemacht.
Wenn man auf einer Konferenz ist, Vorträge hört und hält und so wichtig ist, dass man zwischen den Vorträgen sogar noch Zeug gefragt wird, sagt man am besten immer “Ja, aber was hätte ich sonst machen sollen?” Das geht immer und ist als hoch wissenschaftlich anerkannt. Ähnliches gilt auch, wenn ein Versuch trotz Gedanken, nächtlicher Stunden und Weinflecken irgendwie nichts gebracht hat, man aber doch etwas dazu veröffentlichen muss. Da schreibt man einfach “Das ist schwer zu operationalisieren.”
Schöne bunte Wissenschaft.
Ich telefonierte mit einem Freund. Und er fragte: “Und, was erlebst Du so Spannendes? - Deinem Blog nach zu urteilen ja nicht viel.” Allein schon, weil es ein Freund ist, den ich neulich mal erwähnte (und zu dem unguten Gefühl ein unspannendes Leben zu haben gesellt sich damit das Gefühl, eigentlich nur einen Freund zu haben, mit dem ich regelmäßig telefoniere), blogge ich jetzt aus Trotz :p
Beginnen (quasi mit dem Hauptteil) möchte ich mit einem Geständnis. Heute sah ich an der Uni einen parasitär schwangeren Jungen mit DJ Bobo-T-Shirt. Nach drei Stunden Koma ging es mir wieder besser und ein Licht auf: Ich hatte auch mal eins. Ja, ein DJ Bobo-Shirt. Tatsächlich hatte ich das bis zu diesem Zeitpunkt verdrängt. Um mein Ansehen zu retten (wobei ich weiß, dass ich auf einem sehr schmalen Grad wandere und es mit Sicherheit Menschen gibt, die nach meinem Rettungsversuch nie wieder dieses Blog lesen werden), möchte ich sagen: Das war zu der Zeit, als ich auch ein Veltins-T-Shirt besaß.
Jedenfalls: Wie kann man studieren, schwarz angezogen sein, einen Bierbauch haben _und_ ein DJ Bobo-Shirt tragen? Irgendwo hört’s doch auf, sollte man meinen.
Der schöne Schluss des Uni-Tages bildete heute ein Gespräch mit meiner Tschechisch-Lehrerin. Sie ist selbst Tschechin und ist eine typische solche, wenn sie nicht sogar den Urtypus der Tschechin für mich verkörpert. Jedenfalls sagte sie zu mir, dass ich eine richtige Pragerin sei und da ich diese ja ebenso toll finde wie Tschechinnen allgemein, war das ein schönes Kompliment. Da krieg ich doch mal wieder Fernweh. Vor allem, weil ich noch so viele Kronen hier rum liegen habe… Aber damit kann ich ja auch in jedem C&A bezahlen, hab ich gesehen…
Der Monster-Titel für meine anstehende geisteswissenschaftliche Magisterarbeit: ARGH! Ich will Dir fressen.