Hirne im Theater

Am Sonntag waren Hirne im Theater (haha). Nun ja, diese Anspielung auf den Artikel “Wenn im Theater gehirnt wird” in der Saarbrücker Zeitung, muss erlaubt sein. Jedenfalls geht es um den ersten Scientific Slam, der in Saarbrücken statt gefunden hat und eben dieses denkwürdige Ereignis trug sich am Sonntag im Theater im Viertel zu.

Es traten auf:

  • Dr. Gilbert Mohr (Neurologe) über die linke Hand & warum sie etwas besonderes ist
  • Markus Hansen (Neurologe) referierte über Qigong-Fieber in China
  • Hauke Trustorff (Psychologe) sprach über seine These, dass schöne Tiere näher bei Gott leben dürfen
  • Prof. Jörg Siekmann (Experte für Künstliche Intelligenz) zum Klassenzimmer der Zukunft
  • Michael Bauer (Chemiker) erklärte seine Wärmepumpe als alternative Form der Energiegewinnung.
  • Ganz eindeutig gewann Kai Kühne mit einem Vortrag über empirische Sozialforschung zu tendenziöser Arbeitsrechtsprechung. Besonders gelungen waren seine Folien: Nur Bilder. Augenscheinlich selbstgezeichnet symbolisierten Bärenfelle die Fälle vor Gericht und Uhrteile die Urteile. Unheimlich komisch, wir haben viel gelacht.

    Organisiert war Sientific Slam (kennt man eher als Science Slam) vom Dichterdschungel-Team und wie gewohnt schnoddrig-nur-halb-vorbereitet-moderiert von Christoph Endres. Der nächste Poetry Slam findet am 14.10.2011 in der Camera Zwo statt. Und, ganz neu, interessant und von Christoph während des Slams sogar empfoheln: In der Sparte 4 gibt es am 21. Oktober ab 21 Uhr auch einen Science Slam – nicht vom Dichterdschungel. Und das in Saarbrücken ;)

    reblog: Fuck the patriarchy.

    Links — Tags: , , , , — schuehsch @ 10. July 2011, 10:32

    Gelesen bei Hollaback!bln, eine sowieso spannende und unterstützenswerte Aktion. Die Erlebnisse, die dort geschildert werden, machen mich immer wieder enorm betroffen und wütend.

    A Modern Sexual-Assault Tale
    Man: Hello, I’d like to report a mugging.
    Officer: A mugging, eh? Where did it take place?
    Man: I was walking by 21st and Dundritch Street and a man pulled out a gun and said, “Give me all your money.”
    Officer: And did you?
    Man: Yes, I co-operated.
    Officer: So you willingly gave the man your money without fighting back, calling for help or trying to escape?
    Man: Well, yes, but I was terrified. I thought he was going to kill me!
    Officer: Mmm. But you did co-operate with him. And I’ve been informed that you’re quite a philanthropist, too.
    Man: I give to charity, yes.
    Officer: So you like to give money away. You make a habit of giving money away.
    Man: What does that have to do with this situation?
    Officer: You knowingly walked down Dundritch Street in your suit when everyone knows you like to give away money, and then you didn’t fight back. It sounds like you gave money to someone, but now you’re having after-donation regret. Tell me, do you really want to ruin his life because of your mistake?
    Man: This is ridiculous!
    Officer: This is a rape analogy. This is what women face every single day when they try to bring their rapists to justice.
    Man: Fuck the patriarchy.
    Officer: Word.

    PS
    Danke für ein Dutzend Retweets und mehr Aufmerksamkeit für diese Story. Jetzt nur noch ao viel Aufmerksamkeit auch im Alltag zeigen und Menschen in bedrohlichen Situationen beistehen. Wir alle. Ab sofort.

    >> Strecken

    Blogroll, Gutenachtgeschichten, Links — Tags: , , , , , , — schuehsch @ 27. May 2010, 11:27

    Am Anfang waren es zwanzig Kilometer. Die waren die weitesten, ohne Führerschein und mit einer Zugverbindung, über die der Schalterbeamte lachen mußte. Später schmolz dieses Problem auf das kleinere, ein Auto aufzutreiben. Wenn sie einander nicht besuchten, telefonierten sie, oder sie schrieben sich Briefe und Karten. Sie liebten sich mit der ganzen Abgeklärtheit ihres Alters: Laß uns einander nie, niemals zur Last fallen. Und dann strahlten sie.

    Die Entfernung wuchs: Er studierte anderswo, da hielt es auch sie nicht, und sie vergrößerte den Abstand um einige hundert Kilometer. Sie verbrachten viel Zeit in Zügen und waren Paar am Wochenende. Aber nur, wenn du wirklich nichts anderes vorhast, ja?

    Bald kam ein Angebot, das er nicht ausschlagen konnte, und er verließ das Land. Mein Freund ist in Amerika, sagte sie und glaubte es selbst fast nur, wenn sie die fremden Briefmarken sah. Achttausend Kilometer, sprach sie vor sich hin; frequent flyer. Am Telefon machten sie einander großzügig Angebote: Ich möchte dich nicht gefangen halten. Wenn du nicht mehr willst … Und dann reisten sie wieder. Zeit war zu knapp für Alltag; Tränen fielen nur beim Abschied oder kurz danach.

    Nach zu vielen interkontinentalen Jahren wollte sie Wurzeln und eine Sprache, in der sie sich zuhause fühlte. Ihm dagegen stand die Welt offen, auf jedem Erdteil eine Tür, und eine Weile dachten sie, jedes für sich, an getrennte Wege.

    Dann kam er doch nach Hause; noch auf der Reise war es, um sein neues Leben mit ihr ans alte anzuknüpfen. Aber den Husten, den er mitbrachte, hatte er nicht von der Klimaanlage im Flieger: das machte Entfernungen plötzlich gleichgültig. Ihre Zeit teilte sie nun in Arbeitsstunden und die bei ihm auf der Station. Die Prognose war gut, die Ärzte in Maßen zuversichtlich; ein so junger, kräftiger Mann … Er sagte: Wenn ich das gewußt hätte, ich hätte andere Prioritäten gesetzt. Sie sagte: Ich würde dich so gerne anfassen dürfen.

    Als er starb, gab es keinen Abschied. Sie konnte ihn nicht einmal bis zur Tür begleiten. Bei seiner Beerdigung trug sie Weiß, um überhaupt etwas zu sehen; danach wartete sie eine Weile, ob sie ihm nicht doch noch folgen würde. Schließlich widmete sie sich wieder ihrem Leben. Strecken maß sie weiterhin in Kilometern, aber die Zeit war eine andere geworden, flüchtig, keineswegs mehr verläßlich oder gar berechenbar.

    by lakritze

    Bei Lakritze habe ich diese Geschichte gelesen (Danke) und stehe ihr berührt hilflos gegenüber. Wie wenn der Wecker klingelt und man schon vergessen hatte, dass man wird aufwachen müssen.
    Zeit ist immer gleich vorbei. Man hat sie, wenn man nur will und es gibt nichts, was wertvoller ist. Ohmeingott, was habe ich für eine Angst, das zu vergessen. Was mir diese Geschichte gibt, haben andere schon anders formuliert: “Mitunter läuft man Gefahr, sich selbst unähnlich zu werden.” Focus. Es gibt immer ein Ziel.

    Petition gegen Netzsperren

    Links, Politik — Tags: , , , — schuehsch @ 4. May 2009, 16:25

    Wem – wie mir – die Art und Weise wie gegen die Verbreitung von Kinderpornografie vorgegangen werden soll, weniger sinnvoll erscheint, der kann ein bisschen aktiv werden, indem er zum Beispiel diese Petition unterschreibt. Das geht ganz einfach online und kostet wenig Zeit – wenn denn der Server nicht schon wieder streikt.

    Text der Petition

    Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die “Sperrlisten” weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.
    Begründung

    Das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie, zu verhindern stellen wir dabei absolut nicht in Frage – im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offengelegt und von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehrfach bestätigt. Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie keinen nachweisbaren Einfluß auf die körperliche und seelische Unversehrtheit mißbrauchter Kinder.

    Mitgezeichnet werden kann noch bis zum 16. Juni 2009 und bis dahin müssen 50 000 Menschen unterzeichnet haben, damit über die Petition im Petitionsausschuss beraten wird. Unterschrieben haben schon ziemlich viele Leute – zum Beispiel sie, sie, er, er, sie und er. Aber das reicht leider noch nicht – Also los!
    Warum genau das ganze Mitzeichnen noch mal sinnvoll ist, kann man sich ganz gut denken, wenn man zum Beispiel diesen Text bei heise online oder diesen Blogpost von der Zeitrafferin oder was auf diese Website gelesen hat.

    Ein ♥ für Blogs

    Blogroll, Links — Tags: , , , — schuehsch @ 21. April 2009, 09:59

    Auf Initiative von Kai (stylespion.de) hin, bloggen heute einige Leute über andere deutsche Blogs, die sie gerne lesen. Und wer erweiterte nicht gerne seinen Horizont, oder kuschelt mit anderen?
    Ganz lange habe ich so gut wie keine Blogs gelesen, dann einige wenige unregelmäßig und jetzt lese ich wieder keine nutze ich einen Feedreader. Mehr oder weniger regelmäßig schaue ich mir viel mehr Blogs an, als diese hier, aber irgendwo muss man halt mal aufhören und irgendwo auch anfangen. Hier also drei der von mir gemochten deutschen Blogs, die alle ein bisschen mit Herzscheiße zu tun haben. (more…)

    there’s nothing to do about it

    Alltag, Links — Tags: , , , , , — schuehsch @ 8. April 2009, 10:00


    Zu erst dachte ich natürlich, ich müsste mich aufregen und habe mich gefragt, wo denn der Teil kommt, indem es diesem Video gelingt, “optisch sehr gut aufbereitet, mit Vorurteilen zu spielen”. Aber ja, das tut es. Ich habe mich hervorragend amüsiert :)
    via farbwolke.de

    P.S.
    Absolut ein “thing that shouldn’t exist”: der USB-Tampon. Die Leute sind einfach zu kreativ.
    usbtampon.jpg
    Ist angekündigt bei meninos.us (via nerv.com).

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