Mit Verspätung
Endlich, endlich, endlich! Die Kleingeldprinzessin gibt ihr erstes Konzert im Saarland. Ich freue mich riesig und werde auf jeden Fall hingehen (und wenn ich dafür den Weltuntergang verpasse!). Das Konzert sei allen empfohlen, die schöne wortspielende, vor allem deutsche Texte mit Sinn und Witz sowie eingängige Melodien und den Charme von Straßenmusikanten mögen. Diese Künstlerin zaubert wunderbare neue Bilder in meinen Kopf und mindestens eine Strophe ihrer Lieder ist immer so schön, dass ich sie gern auf einem T-Shirt stehen hätte. Heldin des Tages!
Heute Abend, 20:30 im Buswerkstatt QuartierEurobahnhof bei der Nuit de la chanson des Festival Perspectives.
Jonathan Meese sagt: “Alles ist ein Spiel.” Und er muss es wissen.
Wie beruhigend. Das macht alles ganz einfach.
Als einer der ersten “offiziellen” Termine für mich in meinem neuen Job beim Conte Verlag war ich gestern in der Bücherhütte in Wadern. Am Tag des Buches gab es da eine Weltpremiere, nämlich eine Buchvorstellung einer unserer Autorinnen: Karin Klee. Sie hat gelesen aus ihrer Erzählung “Am Holländerkopf“.
Zwischen den vier Abschnitten, die die Autorin selbst vorlas, gab es seichte Gitarren-live-Musik (teilweise mit Flöten-Begleitung). Das war eine willkommene Abwechslung, denn krankheitsbedingt hat die Autorin eine Leseschwäche, was vor allem zu Beginn der Lesung unangenehm auffällig war. Aber nach ein bisschen Eingewöhnung und den ersten, wohl auch für die Autorin entspannenden Gitarrenklängen, war die Lesung sehr gelungen. Für so viel Bemühen, Sympathie und auch Mut wird Karin heute Heldin des Tages. :D
Hinterher gab es, wie es sich für richtige Premieren gehört, Schnittchen und Sekt. Für mich klang der Abend aus mit interessanten Gesprächen mit unseren Praktikanten und einem erfrischend herzlichen Gespräch mit der Buchhändlerin Bea Schmitt (ehemalige CoLi-Bib-Leiterin und UdS-Studentin). Dabei erfuhr ich auch einige interessante Fakten über den Realitätsbezug des Buchs und war mal wieder von meiner Naivität beeindruckt - ich hätte nicht gedacht, dass so viele Details der Geschichte wahr sind. Das Buch schildert, wie ein Landwirt aus dem Nordsaarland sich umbringt und warum (mehr über den Inhalt lesen). Dabei wird sowohl seine Sicht aufs Leben und den Tod als auch die seiner engen Bekannten (von denen er nur sehr wenige hat) geschildert. Interessant ist der Punkt, dass bei ihm Schizophrenie diagnostiziert wird, er aber vielen Lesern als ganz normal erscheint. Aber was ist schon normal!?
Bücher sind kein geringer Teil des Glücks.
Die Literatur wird meine letzte Leidenschaft sein.
- Friedrich der Große
Mal wieder bin ich mehr als einfach nur beeindruckt. Davon:
Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden,
in welchen meine Sinne sich vertiefen;
in ihnen hab ich, wie in alten Briefen,
mein täglich Leben schon gelebt gefunden und wie Legende weit und überwunden.
Aus: “Das Stundenbuch. Erstes Buch: Das Buch vom mönchischen Leben”, 1899, von Rainer Maria Rilke