>> Strecken

Blogroll, Gutenachtgeschichten, Links — Tags: , , , , , , — schuehsch @ 27. May 2010, 11:27

Am Anfang waren es zwanzig Kilometer. Die waren die weitesten, ohne Führerschein und mit einer Zugverbindung, über die der Schalterbeamte lachen mußte. Später schmolz dieses Problem auf das kleinere, ein Auto aufzutreiben. Wenn sie einander nicht besuchten, telefonierten sie, oder sie schrieben sich Briefe und Karten. Sie liebten sich mit der ganzen Abgeklärtheit ihres Alters: Laß uns einander nie, niemals zur Last fallen. Und dann strahlten sie.

Die Entfernung wuchs: Er studierte anderswo, da hielt es auch sie nicht, und sie vergrößerte den Abstand um einige hundert Kilometer. Sie verbrachten viel Zeit in Zügen und waren Paar am Wochenende. Aber nur, wenn du wirklich nichts anderes vorhast, ja?

Bald kam ein Angebot, das er nicht ausschlagen konnte, und er verließ das Land. Mein Freund ist in Amerika, sagte sie und glaubte es selbst fast nur, wenn sie die fremden Briefmarken sah. Achttausend Kilometer, sprach sie vor sich hin; frequent flyer. Am Telefon machten sie einander großzügig Angebote: Ich möchte dich nicht gefangen halten. Wenn du nicht mehr willst … Und dann reisten sie wieder. Zeit war zu knapp für Alltag; Tränen fielen nur beim Abschied oder kurz danach.

Nach zu vielen interkontinentalen Jahren wollte sie Wurzeln und eine Sprache, in der sie sich zuhause fühlte. Ihm dagegen stand die Welt offen, auf jedem Erdteil eine Tür, und eine Weile dachten sie, jedes für sich, an getrennte Wege.

Dann kam er doch nach Hause; noch auf der Reise war es, um sein neues Leben mit ihr ans alte anzuknüpfen. Aber den Husten, den er mitbrachte, hatte er nicht von der Klimaanlage im Flieger: das machte Entfernungen plötzlich gleichgültig. Ihre Zeit teilte sie nun in Arbeitsstunden und die bei ihm auf der Station. Die Prognose war gut, die Ärzte in Maßen zuversichtlich; ein so junger, kräftiger Mann … Er sagte: Wenn ich das gewußt hätte, ich hätte andere Prioritäten gesetzt. Sie sagte: Ich würde dich so gerne anfassen dürfen.

Als er starb, gab es keinen Abschied. Sie konnte ihn nicht einmal bis zur Tür begleiten. Bei seiner Beerdigung trug sie Weiß, um überhaupt etwas zu sehen; danach wartete sie eine Weile, ob sie ihm nicht doch noch folgen würde. Schließlich widmete sie sich wieder ihrem Leben. Strecken maß sie weiterhin in Kilometern, aber die Zeit war eine andere geworden, flüchtig, keineswegs mehr verläßlich oder gar berechenbar.

by lakritze

Bei Lakritze habe ich diese Geschichte gelesen (Danke) und stehe ihr berührt hilflos gegenüber. Wie wenn der Wecker klingelt und man schon vergessen hatte, dass man wird aufwachen müssen.
Zeit ist immer gleich vorbei. Man hat sie, wenn man nur will und es gibt nichts, was wertvoller ist. Ohmeingott, was habe ich für eine Angst, das zu vergessen. Was mir diese Geschichte gibt, haben andere schon anders formuliert: “Mitunter läuft man Gefahr, sich selbst unähnlich zu werden.” Focus. Es gibt immer ein Ziel.

Ein ♥ für Blogs

Blogroll, Links — Tags: , , , — schuehsch @ 21. April 2009, 09:59

Auf Initiative von Kai (stylespion.de) hin, bloggen heute einige Leute über andere deutsche Blogs, die sie gerne lesen. Und wer erweiterte nicht gerne seinen Horizont, oder kuschelt mit anderen?
Ganz lange habe ich so gut wie keine Blogs gelesen, dann einige wenige unregelmäßig und jetzt lese ich wieder keine nutze ich einen Feedreader. Mehr oder weniger regelmäßig schaue ich mir viel mehr Blogs an, als diese hier, aber irgendwo muss man halt mal aufhören und irgendwo auch anfangen. Hier also drei der von mir gemochten deutschen Blogs, die alle ein bisschen mit Herzscheiße zu tun haben. (more…)

Yay!

Blogroll, Links, mit Bild — Tags: , , , , , — schuehsch @ 1. February 2009, 14:38

Mensch, wie lange man Sachen prokrastinieren kann ist manchmal schon beeindruckend. Ich habe Post bekommen. Mich erreichte ein Päckchen aus Berlin. Das ist schon so lange her, dass ich nicht mehr genau weiß, wann denn eigentlich. Aber die sympathischen jungen Herren, denen ich die Post verdanke, haben freundlicherweise gebloggt, dass sie verschickt haben – man muss nicht alles wissen oder erinnern, nur wissen, wo man suchen muss. Ein Päckchen aus Berlin bekommen – das kommt ja schon mal vor, aber dass ich gewinne, das kommt nicht so oft vor.

Inhalt des Päckchens vom Stadtbahnblog

Bei Nico und Stefan im Blog gab es etwas zu finden und wer es fand, gewann. Da waren Nico und Stefan wirklich großzügig und haben alle bedacht, die mitgemacht haben: Burntime, searchparty, Martin et moi. Die Gummi-Cola ist schon leer, Schokakola wird mir die nächste Hausarbeit retten und die fritz-kola, auf die freu ich mich so sehr, dass ich sie mir noch aufhebe. Vielleicht hält sie ja sogar bis zur Picknickfahrt in Berlin durch ;) Vielen, vielen Dank!
Jetzt schreibe ich den Jungs noch eine Mail mit meinen nächsten Berlin-Terminen in der Hoffnung, dann Eis zu testen und Nahverkehrsticket entgegen nehmen zu können. Freue mich drauf!
Wenn dass so weitergeht, mag ich Berlin doch noch irgendwann und fahre da womöglich gerne hin – wie konnte das nur passieren ;)

nicht mein Pulli

Blogroll, Links — Tags: , — schuehsch @ 9. December 2008, 22:44

Um das mal gesagt zu haben: von glueckauf habe ich viel gelernt (und werde sicherlich noch). Zum Beispiel, dass Shirts nicht gleich Shirts sind. Das war mir mal echt egal. War “halt was zum Anziehen, so irgendwie, ne!?”. Nun habe ich also dazu gelernt und wurde hellhörig, als ich von den “Feed me”-Shirts von 3DSupply gelesen habe. Sehr nette Idee, nicht nur kurz vor Weihnachten.
Mit so einem Post wie diesem hier, indem man auf den Shop von 3DSupply (neben dem üblichen Nerd-Programm find ich unter den Girlie-Shirts auch nicht gerade Genie-Streiche, aber doch Tragbares: “I <3 Mixtapes” (wobei – darf man jetzt wieder rot auf lila? War das nicht mal pfui?), “Ich will nen Emo als Haustier”) verweist (und nein, ich müsste das noch nicht mal tun und hier Shirts loben, es reicht quasi, den link zu bloggen), sich hier einträgt und den Link zum Post hinterlässt, hat man sich das Kleidungsstück (wobei es anscheinend keine Girlie-Shirts gibt!?) schon verdient. Super Sache.

Update 12.12.08: Und es ist schon da! Männer-S ist relativ groß, nur so als Tipp bei der Größen-Entscheidung ;)

via bemme51

(c) 2010 schuehsch.net | powered by WordPress with Barecity