BraCamp

Alltag — Tags: , , , , — schuehsch @ 22. August 2008, 11:20

Am 30. August findet von 10 bis 19 Uhr das erste BarCamp für Frauen in München statt. Ich fahr da mal hin.
Wahrscheinlich bin ich sogar total die Zielgruppe, wird nämlich (Achtung, Achtung, ich gebe ein großes Geheimnis preis, bitte nicht weitersagen) mein erstes BarCamp. Allerdings möchte ich betonen, dass das Zufall ist und ich nicht zu diesem BarCamp fahre, weil es endlich eines ist, zu dem ich mich hintraue, sondern einfach weil es zeitlich und örtlich in meine Planung passt. Es ist sogar eher so, dass ich zweifle, ob wir so eine Veranstaltung brauchen. Aber das und ob sie nicht ein Bedürfnis erfüllt, überlege ich mir, wenn ich da bin.
Und wenn ich schon mal da bin, geh ich natürlich auch aufs Girl Geek Dinner am 29. August. Das wird also alles ganz spannend und ich freue mich sehr, dass mein ThinkPad heile und mitnehmbar ist, sonst käme ich mir komisch vor.

Kurzstrecke reicht nicht

Alltag — Tags: , , , , — schuehsch @ 12. August 2008, 01:00

Neulich fuhr ich Bus. Ich fuhr irgendwo los dorthin, wo diese Geschichte los geht. In den Norden der Stadt. Keine schöne Ecke, aber man kann als Mädchen nachts noch alleine rausgehen ohne um sein Leben oder seine Unschuld bangen zu müssen (in Portraits der öffentlich-rechtlichen Sender würde die Erzählerin aus dem off jetzt sagen: “Ich hatte beruflich dort zu tun.”, was aber auch niemandem nichts erklärt). An einer großen Bushaltestelle wollte ich einen Bus zurück ins Zentrum nehmen. Um mir wir Wartezeit zu verkürzen ging betrat ich die Bäckerei, vor der die Bushaltestelle sich heute noch befindet und äußerte einer Verkäuferin gegenüber meine Absicht ein Buttercroissant zu erwerben. Es war 15:38 Uhr. Sie sagte nein. Wie meinen? Nun, es täte ihr leid, aber sie hätte das letzte Buttercroissant für heute - man würde in wenigen Minuten schließen - dem Herren neben mir verkauft. Der Herr neben mit wartete auf einen Automatenkaffee von irgendwo hinter der Verkaufstheke. Der Herr stellte sich als sehr freundlich heraus und schenkte mir das Croissant. Im Gegenzug zahlte ich seinen Kaffee. Mir fielen seine unglaublich blauen Augen auf. Schönen Feierabend noch, liebe Bäckereifachverkäuferin.
Später sprach er mich an. Er wolle zum Rathaus, ob dieser Bus dahin führe? Da die Antwort darauf “Nein, aber doch” lautete, unterhielten wir uns kurz und er enthüllte eine erstaunliche Ortskenntnis für jemanden, der nicht weiß wo eine der Hauptbuslinien hält. Auch bei seiner Frage nach der sinnvollsten Fahrkarte konnte ich ihm weiterhelfen. Ich stieg ein. Als er beim Fahrer eine Karte gekauft hatte, bedeutete ich ihm, er könne sich neben mich auf einen der wenigen freien Plätze im Bus setzen. So he did. We talked. Er fragte nie nach meinem Namen. Er war sehr höfflich. Er hatte unfassbar blaue Augen. Er war zum Geburtstag seiner Mutter in der Stadt, womöglich ihr letzter, man wisse ja nie. Eigentlich würde er in Argentinien leben, hätte dort aber gerade seinen Haushalt aufgelöst. Jetzt führe er in die Stadt um für seine Mutter Strumpfwolle zu kaufen. Ob ich mich für Kunst interessierte? Er wäre in der aktuellen Picasso-Ausstellung gewesen. Ganz schön. Ja, er hätte dem Museum seinen Picasso für die Dauer der Ausstellung geliehen. Er lächelte in meine überraschten Augen. Ich würde doch sicherlich viel lesen? Als er meinen Lebensentwurf, gefühlt den Entwurf eines kleinen Mädchens, welches nichts weiß, kennt und nur einfach-so-will, sah er mich fast stolz an. Vielversprechend. Verständnis. Vorbeigehen.
Ich stieg aus. Als der Bus an mir vorbei fuhr, nickte er mir zu. Ich glaube ihm noch heute jedes Wort. Seit dem fahre ich viel lieber Bus.

ver-bunden.

Alltag, Links, Test, mit Bild — Tags: , , , , , — schuehsch @ 1. August 2008, 12:24

‘n büschen spät, but still.
So läuft das heute: Katti, ihres Zeichens Internet-Mädchen aus Bochum twitpicte vor ein paar Wochen ein Bild von einem Instant-Tee. Honigartiges Zeug von nectaflor, genannt MyTea, das sich in Wasser lösen und einen leckeren Tee ergeben soll. Als neugieriges Mädchen fragte ich sie in direkter Nachricht, wo es das denn gäbe und bekam auch prompt die Antwort: “noch nicht wirklich probiert, gibts in vier Sorten (Exotik-Grüntee, Kräuter, Zwetschge-Salbei, Beere), gekauft bei dm. Teuer.” Also stiefelte ich in Flip-Flops zu einer Filiale der Drogerie-Kette dm um Instant-Tee zu kaufen. Um diesen Teil abzukürzen: Das gestaltete sich erstaunlich schwierig. Sowas gab es nicht und wie man mir in gepflegtem Saarländisch erklärte, gäb es sowas auch nicht. Naja, das wusste ich zwar besser, brachte aber nicht genügend Elan auf, der Verkäuferin das Konzept von twitter, twitpic und überhaupt dem Web2.0 zu erklären. Allein mal in unserer Fußgängerzone hat dm ja immerhin zwei Filialen. Aber auch die zweite Filiale hatte das Zeug nicht. Und Rossmann auch nicht. instant_tee_my_tea
So gingen Wochen ins Land. Dann gab es doch tatsächlich dieses Instant-Tee-Zeug auch im Saarbrücker dm. W-a-h-n-s-i-n-n! Mittlerweile gab es online in Kattis Blog bereits einen Erfahrungsbericht über die Sorte “Fruchtige Beeren”. Da schnitt das Zeug eher mies ab, zu süß meint die Kollegin.
Also habe ich eine andere Sorte - Zwetschgen Salbei - zugelegt und ausprobiert. Und jetzt bin ich auch da, wo dieser Text hin soll und aber eigentlich auch direkt schon wieder vorbei ist. Nämlich: war gar nicht schlecht. Es schmeckt nach dem, wonach es laut Packung schmecken soll. Es schmeckt nicht so, wie ein gewöhnlicher Aufguss, nein, sondern ist schon ganz ordentlich gesüßt. Mir ist das aber nicht zu viel. Bemerkenswert: sogar in kaltem Wasser löst sich das Konzentrat tatsächlich problemlos auf. Farblich ganz nett - sieht halbwegs nach Tee aus. Was ich nicht mag und weshalb ich es wahrscheinlich auch nicht wieder kaufen werde: der Nachgeschmack, den Sirupe und Instant-Getränke so häufig mit sich bringen.
Ja, so läuft das heute. Ich kaufe mir, was Leute ein paar 100 Kilometer entfernt von mir nicht lecker finden, weil ich neugierig bin und jeder Schritt ist nachvollziehbar, irgendwo im Internet dokumentiert. Man kann das beängstigend finden oder einfach alles, was man an Medienkompetenz und Menschenvertrauen hat, zusammenkratzen und sich hineinstürzen. Das gilt nicht nur für Privatpersonen. Wenn wir alle Glück haben, lesen das alles nämlich auch die Instant-Tee-Hersteller und feilen noch ein bisschen an ihrem Produkt.

Ach, so ist das also

Alltag — Tags: , , — schuehsch @ 18. July 2008, 21:21

In Deutschland war ich ja wirklich schon viel unterwegs, kenne viele Bahnhöfe Städte, Landschaften und Regionen. Aber in Europa war ich noch nicht viel unterwegs. Immerhin kenne ich jetzt auch Holland. Die Holländische Bahn ist lustig. Man beschriftet wenig, macht nur vereinzelt Ansagen und hält holländisch sowohl für Ansagen als auch für Beschriftungen für die einzig wahre Sprache. Für mich war das jetzt nicht so das Problem (Achtung, Insider: Horray, learning goal!), aber für einige meiner Mitreisenden (Griechen, Türken) war das doch ein eher gravierendes Problem. Ich war freudig überrascht, dass alles “trotzdem” so reibungslos funktioniert und ertappte mich dabei selbst in einem sich deutsch anfühlenden Sicherheitsbedürfnis, dass nach Schildern, Bahnhofswärtern und Durchsagen im gewohnten Überfluss strebt (Noch ein Insider: Become aware of your own culture!). Ebenso deutsch mag es sei, dass ich es für unterstreichenswert halte, dass man Züge in Holland auch gerne mal zwei Minuten zu früh einfahren lässt, wenn sie denn so früh drann sind.
Was mich außerdem sehr beeindruckt hat (sensibilisiert durch die Lektüre eines interessanten Artikels aus der aktuellen brand eins kurz vor meiner Abfahrt), ist die Art der Holländer, zu wohnen. Wer es sich leisten kann, hält sich eine Lebensabschnitts-Immobilie. Das stimmt tatsächlich. Und genauso sehen die Häuser auch aus. Man sieht ihnen die Sorgfalt an mit der in ihnen gelebt wird. Die Holländer mit denen ich gesprochen habe berichteten mir dann auch, dass man ja an den Wochenenden eigentlich nichts anderes täte als die eigenen vier Wände und das dazugehörige Grün zu pflegen. Das ist vielleicht kein Lebensentwurf, dem ich folgen möchte (Einer geht noch: Think out of the box!), aber wenn es dazu führt, dass alle Häuserzeilen so einladend, hübsch und abwechslungsreich aussehen, ist es mir auf jeden Fall schon mal sehr sympathisch.
Ich ziehe jetzt also nach Holland (natürlich ans Meer) und verbringe meine Zeit dort mit Hauspflege und auf Bahnhöfen. Herrlicher Lebensentwurf.

Holland soll ja schön sein

Alltag — Tags: , , — schuehsch @ 30. June 2008, 09:23

Und wenn ich es mir recht überlege, war ich noch nie wirklich da. Modellparlamente aus der 10. Klasse zählen mal einfach nicht. Also fahre ich da jetzt mal hin, nehme an irgendeinem internationalen Theatercamp, das ganz bestimmt nicht von Scientology ist, teil und hoffe inständig, mal das Meer zu Gesicht zu bekommen (erwähnte ich schon, dass einer der wenigen echten Nachteile der Stadt in der ich lebe der ist, dass es kein Meer und insgesamt zu wenig Wasser hat?). Das wird ein Weilchen dauern. Erwartet mich nicht vor dem 14. Juli zurück.
Bin gespannt, wie das Internet aussieht, wenn ich wieder da bin. Habt eine schöne Zeit und wartet nicht auf Postkarten! *wink*

es geht doch immer nur um… Schuhe

Alltag — Tags: , — schuehsch @ 22. June 2008, 14:57
schuehsch & schuhe

Das findet man, wenn man bei flickr nach schuehsch sucht und ganz nach unten scrollt. Schöne neue Welt.

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