In den langen, langen Wintermonaten (tatsächlich habe ich über ein Jahr mit vielen Unterbrechungen daran gearbeitet) habe ich eine Mütze gestrickt. Meine erste Mütze ever sollte natürlich nicht irgendeine Mütze sein, sondern schon ein bisschen geeky mit einem Space Invader drauf. In neongrün (auf den Bildern erkennt man die Farbe leider nicht so toll), versteht sich.
Das Motiv ist an sich recht dankbar, weil es so schön gleichmäßig und in Quadrate aufteilbar ist. Ich habe es mir auf kariertes Papier gezeichnet und für jedes Kästchen vier Maschen (also zwei nebeneinander und die zwei darüber) gezählt. Dann darf man sich nur beim Stricken nicht verzählen ;)
Vor ein echtes Problem sah ich mich gestellt, als es an die zwei Farben ging. Eigentlich soll der Faden der Farbe, an der man gerade nicht strickt, hinten mit laufen. Da die Mütze aber recht eng werden sollte, hätten diese Fäden ewig lang sein müssen, um die Dehnung mit zu machen. Das habe ich x-mal versucht und die Fast-Mütze aufprobiert, war aber nie zufrieden.
Letztendlich habe ich mich dazu entschieden, die Fäden nicht mitlaufen zu lassen, sondern durch zus chneiden und zu verknoten. Das war auch schwierig, weil diese Knoten nicht zu fest sein dürfen. Sieht sonst komisch aus, wenn das Gewebe auf dem Kopf gezogen wird. Sieht so auch komisch aus, aber nur innen…
Da hab ich mir mit meiner ersten Mütze also ziemlich nen Wolf gestrickt (die ersten 20 Reihen habe ich auch drei Mal neu gemacht bis ich mir sicher war, wie breit ich das Bündchen haben möchte), aber auch viel dazu gelernt.
Leider ist das gute Stück doch ein bisschen sehr zugig und es ist noch eine schlichte schwarze Mütze zum Drunterziehen fällig. Die strick ich aber nicht, die kauf ich.
Ich bedanke mich natürlich herzlich für die Unterstützung bei allen, die anprobiert haben und mit mir Maschen gezählt haben ;)
Ganz naiv denke ich häufig, die Spitze der Absurdität des “zivilisierten” Kapitalismus’ müsste doch langsam mal erreicht sein… Jetzt aber ganz bestimmt!Ist sie dann aber doch nie.
Einer dieser Tage… An dem einen das schlechte Gewissen die Laufschuhe anzieht, der Missmut die Funktionswäsche und der innere Schweinehund hält einem das Wasser hin weil es sogar ihm zu öd ist. Also raus. Laufen. In den Wald. Die grüne Hölle. Man quält sich die Gebirgsketten rauf und beim Hinablaufen sind es nur noch seichte Hügel. Der Atem geht unästhetisch schnell und laut. Man ist so schnell verschwitzt als hätte man das hier noch nie gemacht – dabei war man beim letzten Mal ordentlich in Form. Dann ist die Batterie vom mp3-Player leer und man ist gezwungen, dem Paarungsgebrüll der Vögel zu lauschen. Das Runners High macht offensichtlich irgendwo wo’s schöner ist als hier Urlaub. Auf dem ganzen Weg liegt genau ein Stein, über den stolpert man und fast wäre man auch noch in Hundescheiße getreten. Immerhin nur fast.
Dann ist es vorbei. Mit dem Anflug eines Lächelns auf den Lippen verlässt man den Wald und einem springt ein Mädchen entgegen, das über beide Backen grinst und einem in die Augen schaut. Oder ein alter Herr auf einem Fahrrad kommt entgegen und hat ein Funkeln in den Augen, das keine Anerkennung sein kann, weil man sich ja gar nicht kennt. Oder der Junge Kerl im Trainingsanzug grüßt im Vorbeilaufen so nett, als würde er gleich nach irgendjemandes Telefonnummer fragen. Da kommt der Spaß zurück, als hätte einer von den dreien ihn mitgebracht.
Es lohnt sich eben doch. Und morgen kommt auch das Runners High wieder mit in den Wald, das hat es versprochen.