Verloren & Vermisst

Alltag, unterwegs — Tags: , , , , , , , , — schuehsch @ 17. October 2011, 21:02

Update 21.10.:
YESSSS!!! Es ist tatsächlich mein Taschenbegleiter und nichts fehlt! Was bin ich erleichtert. Toll. Vielen Dank an alle, die geholfen haben – vor allem natürlich an Lucie!

Update 20.10.:
Ein Zettel der Post behauptet, dass die Sendung von Lucie in der Filiale auf mich wartet. Morgen kann ich sie abholen.

Update 19.10., 17 Uhr:
Endlich habe ich telefonisch jemanden erreicht. Es klingt wirklich nach meinem Taschenbegleiter. Auf twitter habe ich um Hilfe gebeten und Lucie hat sich bereit erklärt, den Kalender für mich abzuholen. Herzlichen Dank!

Update 19.10., 12 Uhr:
Die Post hat ein Schreiben gebracht, demnach mein Taschenbegleiter angeblich in Frankfurt am Main liegt. Allerdings sind in dem Schreiben sowohl meine Adresse als auch die Nummer der Verlustmeldung falsch angegeben. Ich trau dem Braten noch nicht ;)

Heute habe ich einen schrecklichen Verlust bemerkt. Am 14.10. habe ich bis Wolfsburg im ICE 276 (Wagen 1, Platz 21) gesessen. In den Zug bin ich mit meinem Taschenbegleiter von Roterfaden eingestiegen, aber leider ohne wieder ausgestiegen. Er ist blau und voll gestopft. Ich habe meinen Kalender im Zug vergessen. Ein Kalender kann ein Kalender sein. Mein Kalender ist mein Visitenkartenetui, mein Notizzettel, mein Telefonbuch, mein Stundenbuch, meine Spruchsammlung und eben auch mein Kalender. Der Verlust so einer Ansammlung ist nie praktisch, aber gerade jetzt ist er für mich besonders doof – ich habe in den nächsten 5 Monaten 6 Prüfungen und alle, ausnahmslos alle Notizen zu Themen und Ablauf dieser Prüfungen stehen in diesem Kalender. Ich würde eine Menge dafür tun, meinen Taschenbegleiter wieder zu bekommen. Gerne so schnell wie möglich.

Sachdienliche Hinweise nehme ich gern unter moi@schuehsch.net entgegen. Zur Not auch Lösegeldforderungen ;) In jedem Fall verspreche ich eine kleine Belohnung. Und sollte der Finder oder die Finderin in Erwägung ziehen, den Taschenbegleiter zu behalten – ich sitze quasi an der Quelle und verspreche gern die Vermittlung eines eigenen Modells, wenn ich meinen zurück bekommen habe. Die Deutsche Bahn habe ich natürlich schon gefragt. Danke für Hinweise.

Papa, warum?

Alltag — Tags: , , , — schuehsch @ 15. July 2011, 09:45

Stellen wir uns vor, wir führen mit dem Rad zur Uni, mit dem Rad zur Arbeit, mit dem Rad einkaufen. Machen wir alles, täglich, wöchentlich, wann immer nötig.

Bei unserem letzten Einkauf waren die Taschen am Gepäckträger wirklich voll, Kartoffeln und Toilettenpapier hatten wir mit Expandern auf dem Gepäckträger befestigt. Gerade schließen wir das Fahrradschloss auf, um los zufahren, da kommen ein Kind und sein Vater aus dem Geschäft. Sie unterhalten sich. Als sie am Rad vorbei gegangen sind, fragt das Kind seinen Vater: “Papa, warum ist das alles auf dem Rad? Mit dem Auto wäre doch viel einfacher.” Der Vater lapidar: “Arme Leute können sich kein Auto leisten.” Wir stutzen, steigen aber aufs Rad und fahren los. Und halten wieder an. Wollen wir das so stehen lassen? Wir sehen und nach den beiden um. Sie stehen an einem fetten Mercedes und räumen Bio-Produkte ins Auto. Ok, das wird so nicht stehen gelassen.

Zurück fahen und sagen: “Ich habe euer Gespräch gehört und will das selbst erklären. Ich packe alles auf mein Rad, weil ich kein Auto habe, soweit hat dein Vater recht. Ich habe aber kein Auto, weil ich kein Auto will, nicht weil ich arm bin.” Das Kind schaut nur. Der Vater ist genervt: “Jaja, ist ja gut.” “Nein, es ist nicht gut. Wenn Sie meinen, dass Sie etwas Gutes tun, weil sie Bio kaufen, dann aber mit dieser riesen Karre zum Zigaretten holen fahren würde ich Ihnen empfehlen noch mal nachzudenken. Vor allem, bevor Sie Ihrem Kind so einen Scheiß erzählen.” Vater: “Äh…” “Kleines, wenn du wirklich etwas lernen willst, würde ich immer die Leute fragen, über die du etwas wissen willst. Nicht deinen Vater.” “Das sagt Mama auch immer.” Grinsen, aufsteigen, los fahren.

Unter Wasser

Alltag, mit Bild — Tags: , , , , — schuehsch @ 14. July 2011, 12:18

Herzchen im Dreck

Von Hörspielen und Haferflocken.

Ohne alles

Alltag — Tags: , , , , — schuehsch @ 11. July 2011, 13:12

Es muss in der 10. Klasse gewesen sein. Mit wenigen anderen Schülern aus verschiedenen Jahrgängen zusammen hatte ich Montags Nachmittags “Werte & Normen” statt Religions-Unterricht. Es ging um die Frage, was der Mensch wirklich braucht. Ich war noch damit beschäftigt darüber nachzudenken, ob ich nehben Taschenmesser, Armeeschlafsack und Feuerzeug auf meiner Zahnbürste beharren sollte, als Klassenkameradin Jana sprach: “Naja… alles. Ich muss mich morgens schminken, mir die Zähne putzen, Haare shampoonieren, Füße waschen, frisch gereinigte Kleidung anziehen und so weiter.” Ich widersprach ihr mit dem bereits formulierten Gedanken und zettelte damit eine unheimliche Diskussion an. Ich hatte den Eindruck sie mit der Andeutung, dass man auch kaltes klares Wasser aus einem Bach zum Waschen, statt warmen, geklärtem Nass aus Hähnen und Brausen nehmen könnte, zu schockieren. Danach dachte ich viel über Waschzwänge nach und warum ich wohl keinen habe.
Ich denke oft an die Klassenkameradin Jana und ihre Erschütterung bei der Idee, man könne ohne Makeup leben. Sie meinte das ernst. Sie glaubte wirklich daran. Vielleicht tut sie es noch heute, ich weiß es nicht.
Manchmal, wenn ich morgens im Bad 10 Minuten länger gebraucht habe als sonst, weil es mir doch mal wieder angebracht schien, meine Haare zu fönen, dann denke ich an sie. Und frage mich, warum ich eigentlich kein Puder will. Ich könnte viel mädchenhafter sein. Dann könnte ich mich noch viel mehr mit mir selbst beschäftigen. Mich auf mein Äußeres fixieren anstatt meine Fahrradkette zu ölen. Offensichtlich habe ich nicht das Zeug zur Diva.
Ich habe heute morgen nicht geduscht.

Emma

Alltag — Tags: , , , , , , — schuehsch @ 9. July 2011, 10:15

Gestern habe ich Emma kennen gelernt.

Gestern war ein sonniger Tag und ich habe vor dem Haus, in dem ich wohne, auf dem breiten Bürgersteig an meinem Fahrrad geschraubt. Denn auf dem Weg hierher hatte irgendwas geklappert. Irgendwas klappert immer. Aber das dulde ich nicht und schraube dann eben. Erst kam eine Katze. Die Nachbarskatze, ein wunderschönes flauschiges Tier, dass oft laut maunzt, sich auch anschauen und Menschen nahe kommen lässt, aber anfassen darf man sie nicht, keines Falls.
Dann kam Emma. Emma kam in Begleitung eines jungen Mannes dem der Vaterstolz ins schweißige Gesicht geschrieben stand. Emma stapfte an seiner Hand schnurstraks auf die Katze zu, ausstafiert mit Sonnenhütchen und langen Hosen. Die Katze wollte nicht und war schneller weg als Emma es begreifen konnte. Dann stapfte sie auf mich zu. Emma hatte echt die Hosen an. Das ungleiche Team blieb vor mir stehen und sah mir beim Schrauben zu. “Stören wir?”, fragte der mutmaßliche Vater. “Nee, kein Thema”.
Ich hattte einen Imbusschlüssel neben mich auf den Bürgersteig gelegt, nachdem Emma nun griff und ihn brabbelnd hoch hielt. “Willst du auch mal an Fahrrädern schrauben, wenn du groß bist?”, fragte ihre Gehhilfe. Emma strahlte. “Ja, mach mal. Damit beeindruckst du jeden Mann.”, mischte ich mich ein. Und fügte schnell hinzu: “Und jede Frau.” Da gluckste Emma. “Was dir aber auch egal sein kann, wenn du dein Rad eh selbst reparieren kannst.”
Der Vater schaute mich an, Emma ihren Imbusschlüssel und die Katze floh von einem Auto zum nächsten.

Gestern war ein schöner Nachmittag.

Game over. Insert coins.

Alltag, mit Bild — Tags: , , , , , , , , , , — schuehsch @ 14. April 2010, 22:55

Spave-Invader-Mütze In den langen, langen Wintermonaten (tatsächlich habe ich über ein Jahr mit vielen Unterbrechungen daran gearbeitet) habe ich eine Mütze gestrickt. Meine erste Mütze ever sollte natürlich nicht irgendeine Mütze sein, sondern schon ein bisschen geeky mit einem Space Invader drauf. In neongrün (auf den Bildern erkennt man die Farbe leider nicht so toll), versteht sich.
Das Motiv ist an sich recht dankbar, weil es so schön gleichmäßig und in Quadrate aufteilbar ist. Ich habe es mir auf kariertes Papier gezeichnet und für jedes Kästchen vier Maschen (also zwei nebeneinander und die zwei darüber) gezählt. Dann darf man sich nur beim Stricken nicht verzählen ;)

tasche.jpg Vor ein echtes Problem sah ich mich gestellt, als es an die zwei Farben ging. Eigentlich soll der Faden der Farbe, an der man gerade nicht strickt, hinten mit laufen. Da die Mütze aber recht eng werden sollte, hätten diese Fäden ewig lang sein müssen, um die Dehnung mit zu machen. Das habe ich x-mal versucht und die Fast-Mütze aufprobiert, war aber nie zufrieden.
Letztendlich habe ich mich dazu entschieden, die Fäden nicht mitlaufen zu lassen, sondern durch zus chneiden und zu verknoten. Das war auch schwierig, weil diese Knoten nicht zu fest sein dürfen. Sieht sonst komisch aus, wenn das Gewebe auf dem Kopf gezogen wird. Sieht so auch komisch aus, aber nur innen…
Da hab ich mir mit meiner ersten Mütze also ziemlich nen Wolf gestrickt (die ersten 20 Reihen habe ich auch drei Mal neu gemacht bis ich mir sicher war, wie breit ich das Bündchen haben möchte), aber auch viel dazu gelernt.
Leider ist das gute Stück doch ein bisschen sehr zugig und es ist noch eine schlichte schwarze Mütze zum Drunterziehen fällig. Die strick ich aber nicht, die kauf ich.
Ich bedanke mich natürlich herzlich für die Unterstützung bei allen, die anprobiert haben und mit mir Maschen gezählt haben ;)

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