“Entschuldigung, dass ich auch was sage”
Bitte bei der Mädchenmannschaft weiterlesen, was mich aus der Versenkung kitzelt und/oder wenigstens hier ein kleines Filmchen schauen.
Bitte bei der Mädchenmannschaft weiterlesen, was mich aus der Versenkung kitzelt und/oder wenigstens hier ein kleines Filmchen schauen.
Einer dieser Tage… An dem einen das schlechte Gewissen die Laufschuhe anzieht, der Missmut die Funktionswäsche und der innere Schweinehund hält einem das Wasser hin weil es sogar ihm zu öd ist. Also raus. Laufen. In den Wald. Die grüne Hölle. Man quält sich die Gebirgsketten rauf und beim Hinablaufen sind es nur noch seichte Hügel. Der Atem geht unästhetisch schnell und laut. Man ist so schnell verschwitzt als hätte man das hier noch nie gemacht – dabei war man beim letzten Mal ordentlich in Form. Dann ist die Batterie vom mp3-Player leer und man ist gezwungen, dem Paarungsgebrüll der Vögel zu lauschen. Das Runners High macht offensichtlich irgendwo wo’s schöner ist als hier Urlaub. Auf dem ganzen Weg liegt genau ein Stein, über den stolpert man und fast wäre man auch noch in Hundescheiße getreten. Immerhin nur fast.
Dann ist es vorbei. Mit dem Anflug eines Lächelns auf den Lippen verlässt man den Wald und einem springt ein Mädchen entgegen, das über beide Backen grinst und einem in die Augen schaut. Oder ein alter Herr auf einem Fahrrad kommt entgegen und hat ein Funkeln in den Augen, das keine Anerkennung sein kann, weil man sich ja gar nicht kennt. Oder der Junge Kerl im Trainingsanzug grüßt im Vorbeilaufen so nett, als würde er gleich nach irgendjemandes Telefonnummer fragen. Da kommt der Spaß zurück, als hätte einer von den dreien ihn mitgebracht.
Es lohnt sich eben doch. Und morgen kommt auch das Runners High wieder mit in den Wald, das hat es versprochen.
Im April 2007 hat Gene Weingarten für das Wahington Post Magazine darüber geschrieben, was geschieht, wenn man einen großartigen Musiker auf einem fantastischen Instrument in einer Metro Station in Washington D.C. unangekündigt Bach spielen lässt. Die Frage dahinter war, ob die Menschen in ihrer Eile stehen bleiben, genießen können würden. Mittlerweile ist daraus regelrecht eine Urbanlegend geworden – eine wahre. Vergleichbar ist vielleicht, dass Bruce Springsteen vor rund 20 Jahren in Kopenhagen bei einem Straßenmusiker stehen blieb und mit ihm spielte. Auch hier ist das nur wenigen Menschen aufgefallen. (more…)
Leseempfehlung: “Kinder dürfen doch nachmittags nicht…” (…auf der Strasse spielen! Opa, hast Du das schon wieder vergessen?) von Michael Jäger. Eine traurige und schön geschriebene Geschichte.
PS
Noch 55 Minuten lang mitzeichnen, auf die Straße gehen und dort laut seine Meinung sagen… man kann viel tun, damit das nicht wahr wird.
Dieser Text ist an Menschen adressiert, die mindestens drei Bedeutungen des Wortes “Schwenker” kennen.
Wenn man in Saarbrücken lebt oder häufiger hier ist, begegnet man dem Nauwieser Viertel (es gibt auch ein Blog zum Viertel, aber das ist leider eingeschlafen). Vielleicht lernt man unfreiwillig die liebreizenden Ecken dieses In-Viertels kennen – die Straßenführung ist nicht ganz einfach und die Verteilung von Einbahnstraßen erscheint willkürlich. Vielleicht kommt man aber auch mit Absicht her – Gründe gäbe es viele (und nein, ein kostenloser Parkplatz gehört gewiss nicht dazu). Einer dieser Gründe wäre zum Beispiel das Nauwieser Viertelfest. Ein Fest, das alle mögen (auch wenn es jedes Jahr wieder Spaß macht, sich darüber zu beschweren, dass man überhaupt nicht hat schlafen können und Betrunkene in den Hinterhof gepinkelt haben).
Zu jedem Fest gibt es eine VIERTELVOR, ein kostenloses Magazin über das Viertel und das Fest und warum das alles so toll ist. Für die diesjähriges Ausgabe von VIERTELVOR macht André Mailänder Portraits von Menschen, die hier leben. Einige werden dort also abgedruckt. Außerdem soll es später im Jahr eine kleine Ausstellung zu diesem Projekt geben. An alle Menschen, die hier wohnen: Lasst Euch fotografieren! Und sagt Euren Freunden, dass sie sich fotografieren lassen sollen! Ich verspreche: Es geht ganz schnell, tut überhaupt nicht weh, macht aber einen Heidenspaß =D
PS
Und wenn ihr schon hingeht, dann sagt bescheid, vielleicht lässt sich ein spontanes Tweetup organisieren :)
In der von mir sehr geschätzten Frauenzeitschrift Maxi (was nichts mit dem Namen zu tun hat, sie könnte auch… Cinderella heißen und ich fände sie doof, schließlich geht’s ja um den Inhalt) gab es in der Ausgabe Februar 2009 (wobei ich betonen möchte, dass ich dieses Heft gelegentlich geschenkt bekomme und nicht kaufe!) ein Dossier “essen”. Dabei – man ahnt es – ging es nicht um die schöne Stadt im Ruhrgebiet (was vielleicht meinen Ex-Mitbewohner interessiert hätte), sondern um Ernährung: “Viele Ernährungs-Tricks, um gesund, schlank und fit zu bleiben. Plus: neuer Trend “Diät-Stalking”. Und Profis geben Abnehm-Tipps”. So wird das Dossier auf Seite 125 eingeleitet und beginnt dann mit “entweder… oder…” in jeweils ca. fünf Sätzen wird erklärt ob und wenn ja warum Biogemüse dem vom Markt vorzuziehen ist, ob Frisches oder Tiefgekühltes besser ist und eben auch, ob man lieber Bier oder Wein trinken solle. Wie genau in diesem Falle der Wortlaut ist, kann man oben lesen.
Ein herrliches Beispiel für Verharmlosung. Schade, dass nicht auf die Frage, ob eine Zigarette oder ein Zigarillo die Konzentration und Aufmerksamkeit mehr fördert.
Wenn wir schon bei Auswahlmöglichkeiten sind: Am Sonntag ist Europawahl, super Event, unbedingt mitmachen ;) (Auswahlhilfe, die mir gut gefällt)