Marie

Beetlebum Marie

Drüben bei Beetlebum, der autobiografischen online Graphic Novel von Johannes Kretzschmar, ist ein ein besonders toller Comic erschienen. Das ist schon was wert, wenn ein Mann klar formulieren kann, dass er sich durch Frauen die “alles” können in seiner Männlichkeit bedroht fühlt. Schade aber, dass es Männern überhaupt so geht. Begegnet einem viel zu oft und hat selten positive Konsequenzen. Und es passt auch sehr gut zu Berlin.
Passiert das eigentlich auch Frauen? Dass Frauen sich von Männern in ihrer Weiblichkeit bedroht fühlen?

Danke für den tollen Comic!

100 Punkte

Gutenachtgeschichten — Tags: , , , , , — schuehsch @ 22. July 2011, 12:53

Wir sitzen zu zweit in der Küche und ich öffne ein Päckchen, das gerade mit der Post gekommen ist. Darin liegen Gutscheine für Rabatte bei einem Reisevermittler, einer online-Drogerie und einer Datingplattform. “So ein Scheiß, wer braucht denn sowas?” murmle ich vor mich hin. Meine Mitbewohnerin: “Och du, es gibt viele Leute, die nicht die Zeit haben…”, sie schaut mich an, “…jemanden auf Twitter kennen zu lernen.”

100 Punkte für die Kandidatin.

Papa, warum?

Alltag — Tags: , , , — schuehsch @ 15. July 2011, 09:45

Stellen wir uns vor, wir führen mit dem Rad zur Uni, mit dem Rad zur Arbeit, mit dem Rad einkaufen. Machen wir alles, täglich, wöchentlich, wann immer nötig.

Bei unserem letzten Einkauf waren die Taschen am Gepäckträger wirklich voll, Kartoffeln und Toilettenpapier hatten wir mit Expandern auf dem Gepäckträger befestigt. Gerade schließen wir das Fahrradschloss auf, um los zufahren, da kommen ein Kind und sein Vater aus dem Geschäft. Sie unterhalten sich. Als sie am Rad vorbei gegangen sind, fragt das Kind seinen Vater: “Papa, warum ist das alles auf dem Rad? Mit dem Auto wäre doch viel einfacher.” Der Vater lapidar: “Arme Leute können sich kein Auto leisten.” Wir stutzen, steigen aber aufs Rad und fahren los. Und halten wieder an. Wollen wir das so stehen lassen? Wir sehen und nach den beiden um. Sie stehen an einem fetten Mercedes und räumen Bio-Produkte ins Auto. Ok, das wird so nicht stehen gelassen.

Zurück fahen und sagen: “Ich habe euer Gespräch gehört und will das selbst erklären. Ich packe alles auf mein Rad, weil ich kein Auto habe, soweit hat dein Vater recht. Ich habe aber kein Auto, weil ich kein Auto will, nicht weil ich arm bin.” Das Kind schaut nur. Der Vater ist genervt: “Jaja, ist ja gut.” “Nein, es ist nicht gut. Wenn Sie meinen, dass Sie etwas Gutes tun, weil sie Bio kaufen, dann aber mit dieser riesen Karre zum Zigaretten holen fahren würde ich Ihnen empfehlen noch mal nachzudenken. Vor allem, bevor Sie Ihrem Kind so einen Scheiß erzählen.” Vater: “Äh…” “Kleines, wenn du wirklich etwas lernen willst, würde ich immer die Leute fragen, über die du etwas wissen willst. Nicht deinen Vater.” “Das sagt Mama auch immer.” Grinsen, aufsteigen, los fahren.

Unter Wasser

Alltag, mit Bild — Tags: , , , , — schuehsch @ 14. July 2011, 12:18

Herzchen im Dreck

Von Hörspielen und Haferflocken.

Hirne im Theater

Am Sonntag waren Hirne im Theater (haha). Nun ja, diese Anspielung auf den Artikel “Wenn im Theater gehirnt wird” in der Saarbrücker Zeitung, muss erlaubt sein. Jedenfalls geht es um den ersten Scientific Slam, der in Saarbrücken statt gefunden hat und eben dieses denkwürdige Ereignis trug sich am Sonntag im Theater im Viertel zu.

Es traten auf:

  • Dr. Gilbert Mohr (Neurologe) über die linke Hand & warum sie etwas besonderes ist
  • Markus Hansen (Neurologe) referierte über Qigong-Fieber in China
  • Hauke Trustorff (Psychologe) sprach über seine These, dass schöne Tiere näher bei Gott leben dürfen
  • Prof. Jörg Siekmann (Experte für Künstliche Intelligenz) zum Klassenzimmer der Zukunft
  • Michael Bauer (Chemiker) erklärte seine Wärmepumpe als alternative Form der Energiegewinnung.
  • Ganz eindeutig gewann Kai Kühne mit einem Vortrag über empirische Sozialforschung zu tendenziöser Arbeitsrechtsprechung. Besonders gelungen waren seine Folien: Nur Bilder. Augenscheinlich selbstgezeichnet symbolisierten Bärenfelle die Fälle vor Gericht und Uhrteile die Urteile. Unheimlich komisch, wir haben viel gelacht.

    Organisiert war Sientific Slam (kennt man eher als Science Slam) vom Dichterdschungel-Team und wie gewohnt schnoddrig-nur-halb-vorbereitet-moderiert von Christoph Endres. Der nächste Poetry Slam findet am 14.10.2011 in der Camera Zwo statt. Und, ganz neu, interessant und von Christoph während des Slams sogar empfoheln: In der Sparte 4 gibt es am 21. Oktober ab 21 Uhr auch einen Science Slam – nicht vom Dichterdschungel. Und das in Saarbrücken ;)

    Holzauge sei wachsam

    Kultur — Tags: , , — schuehsch @ 12. July 2011, 15:27

    Vor kurzem laß ich bei Stefan Niggemeier im Blog den Text “Mit Blau kann man nichts falsch machen”. Er weist darin auf eine Fotostrecke über Nivea in der April Ausgabe der Brigitte Woman hin:

    Im April 2011 erscheint in der Zeitschrift „Brigitte Woman” unter der Überschrift „Ein Blau geht um die Welt” eine achtseitige Fotostrecke, die wie folgt anmoderiert wird:

    Die Welt ist bunt. Aber es gibt da ein blaues Kosmetikprodukt, das findet man in nahezu jedem Land der Erde — und an den merkwürdigsten Plätzen. Eine Geschichte in Bildern.

    Die Fotos, die teilweise direkt vom Hersteller der Creme stammen, zeigen „Nivea”-Werbung an verschiedenen Orten

    Wenn ich diesen Text nich gelesen hätte, wäre mir folgendes wahrscheinlich gar nicht aufgefallen. In der Ausgabe Juli 2011 der deutschen “Cosmopolitan” Ausgabe gibt es ab Seite 105 eine Collage von Zitaten glücklicher Nivea-Nutzerinnen. Alle Frauen, deren Kommentar zu Nivea wieder gegeben wird, sind mit dem Produkt sehr zufrieden. Auch Überschrift und redaktionelle Einführung fallen positiv aus.
    Rein zufällig gibt es auf den Seiten 122 und 123 einen Deotest, den ein Produkt von Nivea gewinnt. Drei der getesten Deos (auch das gewinnende Produkt) habe ich selbst mal ausprobiert und hätte völlig anders entschieden, bei gleicher Argumentation.

    In derselben Ausgabe ist Seite 80 eine “Cosmopolitan-Promotion”, auch als “Anzeige” gekennzeichnet, die für Einkaufsausflüge zum Style Outlet nach Zweibrücken einlädt und Reisen dorthin verlosen will. Auf Seite 85 (quasi nach der Werbung) wird eine Auswahl an “Fashion-Outlets, die auf dem Weg in den Urlaub liegen”, vorgestellt. Das Factory Outlet in Zweibrücken ist die zweitgenannte Anlaufstelle. [Ich habe das alles mit Absicht nicht verlinkt.]

    Frauenzeitschriften regen mich einfach zu sehr auf.

    Next Page »
    (c) 2012 schuehsch.net | powered by WordPress with Barecity