die Taschen voller Sand

Test — Tags: , , , , — schuehsch @ 2. August 2009, 20:42

Ode an einen Rucksack oder Frauen und Taschen

tasche.jpg Man würde meinen, das Dinge halten, was sie versprechen. Als Versprechen des Stoff-Beutels, den ich auf der Frankfurter Buchmesse geschenkt bekam, nehme ich einfach an, dass sich Bücher in ihm verstauen lassen und er das Gewicht ein paar Kilo toten Holzes erträgt (haha). Tut er aber nicht, der Stoffbeutel. Die Tasche hat mich ungefähr drei Mal in die Bibliothek und wieder heraus begleitet und dann war sie sehr schnell sehr kaputt. Einer der Tragegriffe ist komplett ausgerissen und der andere Tragegriff ist an beiden Nähten eingerissen. Schade. Die Tasche ist gefällt mir sehr gut – schon die Plakate zur Frankfurter Buchmesse 2008 mit dem gleichen Logo gefielen mir sehr. Und ein bisschen wäre sie auch ein schönes Andenken für ein paar abwechslungsreiche Tage, an denen ich zum Beispiel Petra, Kathrin und Claudia getroffen habe.

#fail

Ich will nicht behaupten, dass Männer wie Rucksäcke sind oder wie Fahrräder (oder wie Stoffbeutel – auf die attraktivsten ist offensichtlich kein Verlass :p), aber es ist schon so, dass, wenn frau das richtige Transportmittel für all ihre Habseligkeiten gefunden hat (Rucksäcke – Handtaschen taugen meiner Ansicht nach nur zur Deko), dass sie dann auch dabei bleibt und bereit ist, es zu hegen und zu pflegen. Als ich anfing, viel unterwegs zu sein, wollte ich einen Rucksack. Als ich dann vor allem an Orte reiste, an denen Habseligkeiten auf mich warteten, wollte ich einen kleinen Rucksack. Mein erster war billig (in jeder Hinsicht), ein dringender Spontankauf (Man freut sich, ist begeistert.) und ging nach nur drei Reisen und wenigen täglichen Uni-Besuchen kaputt. . Ich flickte ihn mit Nadel und Faden, Sicherheitsnadeln und Klebeband, aber bald musste ich ihn im Mülleimer beerdigen. Dann kaufte ich mir noch einen in jeder Hinsicht billigen Rucksack, der bereits nach der ersten Reise böse Verfallserscheinungen hatte, aufgepeppelt wurde und dennoch nicht lange hielt.

rucksack.jpg

Jetzt habe ich aber diesen hier, den Fusion 28 von Jack Wolfskin. Diesen Rucksack habe ich schon mehrfach gewaschen, reparieren lassen und quasi überall mithin genommen, wo ich in den letzten zwei Jahren war. Er war schon Kopf- und Kuschelkissen, hat halb Europa gesehen, roch schon nach Brot und Tee ist mir auch schon darin ausgelaufen. Er hat schon ganze Träume beherbergt und Zukunft transportiert. Ich bin zufrieden. Er hat Schnüre, Fäscher und Schlaufen so viele ich brauche und wo ich will. Was noch fehlt ist ein Button mit der Aufschrift “Dies ist eine rote Handtasche“.
Ich will keinen anderen (Bis man sich dazu entschieden hat, keinen neuen mehr zu brauchen. Dann ist man mit dem alten glücklich und zufrieden…). Vielleicht werde ich tatsächlich irgendwann einen anderen brauchen – was ja ein deutlicher Unterschied zum Wollen ist. Materialermüdung. Aber es wird nie wieder so sein wie mit diesem und alle weiteren werden sich an ihm messen lassen und damit leben müssen, dass ich versuchen werde, sie ihm gleich zu machen.
Irgendwie ist das hier also doch mein letzter Rucksack, der, der bleibt.

1 Comment »

  1. einfach toll. dieser artikel hat mir wieder in erinnerung gerufen, wie unglaublich pratkisch so eine stofftasche doch sein kann. seitdem habe ich sie wieder immer dabei. in meinem rucksack und eine extra in meinem zimmer. falls mal beim einkauf nich alles in den rucksack passt. die gute alte stofftasche. gerade noch nicht zu öko um sich dafür zu schämen;-)

    Comment by wombat — 12. November 2009 @ 23:49

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