Krankheitsbilder

Gutenachtgeschichten — schuehsch @ 23. August 2009, 21:24

stern.jpg

Manchmal denke ich schwer seufzend daran, was ich noch alles reparieren, basteln, umgestalten, planen will.
Manchmal denke ich, dass ich schon alles habe und mir zu allen nächsten Gelegenheiten ausschließlich nichts oder Geld und Blumen wünschen werde.
Jetzt gerade denke ich, dass ich alles habe, was mich glücklich macht.

jede nacht geht sie auf reisen

Gutenachtgeschichten — Tags: , , , , — schuehsch @ 17. August 2009, 21:01

Nichts wird nicht davon besser, dass man merkt, dass man sich selbst noch am meisten leid tut. Irgendwann ist alles Vergangenheit. Auch alles Übel, sowohl das große, als auch das kleine. Und auch Pest und Cholera. Bis wohin reicht mein Leben und wo beginnt die Nacht?

Die Zeit vergeht.
Zum Vergessen lege ich mich schlafen und zum Atmen sprinte ich über feuchte Erde. Es riecht sehr laut nach Wald.

Dann ist da ein Freitag.
Was ich vor meinem inneren Auge sehe, wenn ich diese Musik höre, macht meine Netzhaut taub. Wenn es draußen laut ist, ist es vielleicht endlich innen still. Und als ich die Augen wieder aufmache, ist die Tanzfläche leer und ein anderer Tag. Dabei hat der DJ doch nur drei Lieder gespielt. Wie kann es schon halb sechs in der früh sein?

Dann ist da ein Sonntag.
Meine neue Mitbewohnerin klopft und fragt:”Was tust Du da?” -”Inszeniere mein ungeschriebenes Theaterstück.” Wortlos schließt sie die Tür.

Die Zeit heilt alle Wunder – Ich bin ein Vorgang, legt mich zu den Akten.
Aber um dort anzukommen wo alles vorbei ist, dazu muss man erst mal losgehen. Vielleicht stellt man sich unüberwundenen Pfaden, steinigen Routen in Höhen wo die Luft so dünn ist, dass ihre Existenz verneint werden kann oder stolpert nur mit hängendem Kopf über löchrigen Asphalt. Aber man muss los gehen. Ohne Start kein Ziel. Vielleicht kommt da jemand, der spendet einem Windschatten, vielleicht gibt es Rückenwind. Aber reinhauen, das muss man selbst. Den Zeitpunkt bestimmt man sehr oft auch noch selbst. Bis man anfängt kann man noch ein bisschen weinen, jammern, klagen. Vielleicht, weil es wirklich so schlimm ist. Vielleicht, weil man meint, man müsse jetzt jammern. Vielleicht aber auch nur aus Eitelkeit.

Genug. Muss los. Universe applauds action, not thoughts. Ich ziehe mir die Laufschuhe an und gehe los. Die Schulterklappen haben sich schon zu Flügeln ausgewachsen.

und es lohnt sich doch

Alltag — Tags: , , , , , — schuehsch @ 4. August 2009, 22:02

Einer dieser Tage… An dem einen das schlechte Gewissen die Laufschuhe anzieht, der Missmut die Funktionswäsche und der innere Schweinehund hält einem das Wasser hin weil es sogar ihm zu öd ist. Also raus. Laufen. In den Wald. Die grüne Hölle. Man quält sich die Gebirgsketten rauf und beim Hinablaufen sind es nur noch seichte Hügel. Der Atem geht unästhetisch schnell und laut. Man ist so schnell verschwitzt als hätte man das hier noch nie gemacht – dabei war man beim letzten Mal ordentlich in Form. Dann ist die Batterie vom mp3-Player leer und man ist gezwungen, dem Paarungsgebrüll der Vögel zu lauschen. Das Runners High macht offensichtlich irgendwo wo’s schöner ist als hier Urlaub. Auf dem ganzen Weg liegt genau ein Stein, über den stolpert man und fast wäre man auch noch in Hundescheiße getreten. Immerhin nur fast.
Dann ist es vorbei. Mit dem Anflug eines Lächelns auf den Lippen verlässt man den Wald und einem springt ein Mädchen entgegen, das über beide Backen grinst und einem in die Augen schaut. Oder ein alter Herr auf einem Fahrrad kommt entgegen und hat ein Funkeln in den Augen, das keine Anerkennung sein kann, weil man sich ja gar nicht kennt. Oder der Junge Kerl im Trainingsanzug grüßt im Vorbeilaufen so nett, als würde er gleich nach irgendjemandes Telefonnummer fragen. Da kommt der Spaß zurück, als hätte einer von den dreien ihn mitgebracht.
Es lohnt sich eben doch. Und morgen kommt auch das Runners High wieder mit in den Wald, das hat es versprochen.

die Taschen voller Sand

Test — Tags: , , , , — schuehsch @ 2. August 2009, 20:42

Ode an einen Rucksack oder Frauen und Taschen

tasche.jpg Man würde meinen, das Dinge halten, was sie versprechen. Als Versprechen des Stoff-Beutels, den ich auf der Frankfurter Buchmesse geschenkt bekam, nehme ich einfach an, dass sich Bücher in ihm verstauen lassen und er das Gewicht ein paar Kilo toten Holzes erträgt (haha). Tut er aber nicht, der Stoffbeutel. Die Tasche hat mich ungefähr drei Mal in die Bibliothek und wieder heraus begleitet und dann war sie sehr schnell sehr kaputt. Einer der Tragegriffe ist komplett ausgerissen und der andere Tragegriff ist an beiden Nähten eingerissen. Schade. Die Tasche ist gefällt mir sehr gut – schon die Plakate zur Frankfurter Buchmesse 2008 mit dem gleichen Logo gefielen mir sehr. Und ein bisschen wäre sie auch ein schönes Andenken für ein paar abwechslungsreiche Tage, an denen ich zum Beispiel Petra, Kathrin und Claudia getroffen habe.

#fail

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