Wo bin ich?

Uni, mit Bild — Tags: , — schuehsch @ 12. August 2008, 16:46

Damit die Saarbrücker Studenten und andere Campus-Besucher jetzt auch endlich offiziell wissen, wo sie eigentlich gerade sind – ein hübsches neues Straßenschild.

Kurzstrecke reicht nicht

Alltag — Tags: , , , , — schuehsch @ , 01:00

Neulich fuhr ich Bus. Ich fuhr irgendwo los. Dorthin, wo diese Geschichte los geht. In den Norden der Stadt. Keine schöne Ecke, aber man kann als Mädchen nachts noch alleine rausgehen, ohne um sein Leben oder seine Unschuld bangen zu müssen (in Portraits der öffentlich-rechtlichen Fersehsender würde die Erzählerin aus dem Off jetzt sagen: “Ich hatte beruflich dort zu tun.”, was aber auch niemandem nichts erklärt). An einer großen Bushaltestelle wollte ich einen Bus zurück ins Zentrum nehmen. Um mir die Wartezeit zu verkürzen, betrat ich die Bäckerei, vor der die Bushaltestelle sich heute noch befindet und äußerte einer Verkäuferin gegenüber meine Absicht ein Buttercroissant zu erwerben. Es war 15:38 Uhr. Sie sagte nein. Wie meinen? Nun, es täte ihr leid, aber sie hätte das letzte Buttercroissant für heute – man würde in wenigen Minuten schließen – dem Herren neben mir verkauft. Der Herr neben mit wartete auf einen Automatenkaffee von irgendwo hinter der Verkaufstheke. Der Herr stellte sich als sehr freundlich heraus und schenkte mir das Croissant. Im Gegenzug zahlte ich seinen Kaffee. Mir fielen seine unglaublich blauen Augen auf. Schönen Feierabend noch, liebe Bäckereifachverkäuferin.
Später sprach er mich an. Er wolle zum Rathaus, ob dieser Bus dahin führe? Da die Antwort darauf “Nein, aber doch” lautete, unterhielten wir uns kurz und er enthüllte eine erstaunliche Ortskenntnis für jemanden, der nicht weiß wo eine der Hauptbuslinien hält. Auch bei seiner Frage nach der sinnvollsten Fahrkarte konnte ich ihm weiterhelfen. Ich stieg ein. Als er beim Fahrer eine Karte gekauft hatte, bedeutete ich ihm, er könne sich neben mich auf einen der wenigen freien Plätze im Bus setzen. So he did. We talked. Er fragte nie nach meinem Namen. Er war sehr höfflich. Er hatte unfassbar blaue Augen. Er war zum Geburtstag seiner Mutter in der Stadt, womöglich ihr letzter, man wisse ja nie. Eigentlich würde er in Argentinien leben, hätte dort aber gerade seinen Haushalt aufgelöst. Jetzt führe er in die Stadt um für seine Mutter Strumpfwolle zu kaufen. Ob ich mich für Kunst interessierte? Er wäre in der aktuellen Picasso-Ausstellung gewesen. Ganz schön. Ja, er hätte dem Museum seinen Picasso für die Dauer der Ausstellung geliehen. Er lächelte in meine überraschten Augen. Ich würde doch sicherlich viel lesen? Als er meinen Lebensentwurf, gefühlt den Entwurf eines kleinen Mädchens, welches nichts weiß, kennt und nur einfach-so-will, sah er mich fast stolz an. Vielversprechend. Verständnis. Vorbeigehen.
Ich stieg aus. Als der Bus an mir vorbei fuhr, nickte er mir zu. Ich glaube ihm noch heute jedes Wort. Seit dem fahre ich viel lieber Bus.

Mit anderen Augen

mit Bild — Tags: , — schuehsch @ 5. August 2008, 22:55

Berlin im Mai.


Gesehen am Ostbahnhof.


Am Spreeufer (zwischen Bundestag und Hauptbahnhof; “Big Beuys don’t cry”).


Blick aus dem Fenster hinter dem ich genächtigt habe.

Mit Verspätung

Held des Tages — Tags: , , , — schuehsch @ 4. August 2008, 23:20

Nein, es geht nicht um die Deutsche Bahn. Dieser Eintrag dient einzig und allein dazu, mich zu bedanken. Salz & Brot 2.0. Ich bedanke mich bei Dir, meine Liebe. Und weil ich weiß, wie vorsichtig Du im Internet bist, überlasse ich es Dir selbst, Dich in den Kommentaren als die Bedankte zu outen, oder es eben zu lassen :)

mal was anderes

Gutenachtgeschichten — Tags: , , — schuehsch @ 2. August 2008, 18:39

Er schläft. Seit drei Stunden. Endlich. Es ist mitten in der Nacht. Seit Tagen hat er nie länger als wenige Minuten am Stück geschlafen, hat sich selbst wach gehustet oder keine Luft bekommen. Er ist krank. Er liegt in seinem grau bezogenen Bett in einem dunkelgrün gestrichenen Zimmer hinter schwarzen, schweren Vorhängen. Auf dem Fußboden liegen Taschentücher, Geschirr und Besteck, Kleidungsstücke und zerlesene Comics.
Neben ihm auf der Matratze liegt sein Handy. Morgens um sieben klingelt es. Er nimmt ab. Eine Männerstimme brüllt ihn an “HALLO!”. Stille. “ACH SCHEIßE, VERWÄHLT!” und legt auf.
Der Kranke fällt in die Kissen zurück, verschläft den Tag. Am nächsten Morgen ist er gesund, geht arbeiten und kündigt. Zuhause packt er seine Sachen und ruft seine Eltern an. Danach schmeißt er sein Handy weg. Seine Zimmerpflanze stellt er auf die Straße, schließt die Tür doppelt ab und geht.

eigentlich wollte ich doch nur…

Links — Tags: , , , — schuehsch @ 1. August 2008, 13:16

Es ergab sich zu jener Zeit, dass es notwendig erschien, eine Armbanduhr zu besitzen. Es gibt einfach (noch?) zu viele Leute, die ein ständiges aufs-Handy-schauen als unsagbar unhöflich empfinden und nicht verstehen, dass man doch nur die Uhrzeit wissen will und bei weitem nicht auf einen erlösenden Anruf hofft.
Als nun meine neue Uhr mich per Post erreichte (bestellt hatte ich online bei irgendeinem Shop, den irgendwer irgendwann mal in twitter verlinkt hatte) war mir spontan so langweilig, dass ich ein Bild von ihr getwitpict habe. Das war eine super Idee, jetzt weiß ich nämlich, was ich falsch gemacht habe.
Klimaschutz! Ich hätte mir aus Klimaschutzgründen eine mechanische Uhr kaufen müssen. Sowas aber auch…

P.S.
Abgesehen davon, dass das “Ziffernblatt” nicht extra beleuchtbar ist, ist die Uhr große Klasse!

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