Der Arsch hat schon wieder so gut aufgelegt
So ist das also: arbeiten und leben in Berlin, auf dem Festival-Camp “9 to 5 – Wir nennen es Arbeit”
Was soll ich schreiben? Das Programm dürfte bekannt sein und der Masse der Pressevertreter nach zu urteilen, die hier rumschwirren, weiß mittlerweile auch die gesamte Republik bescheid. Ja, auch durch die Blogs des Landes dürfte sich herumsprechen, was hier geht – sogar Live-bloggen mit Beamer, Sofa und Leinwand war schon zu bestaunen (ehrlich! Da saßen zwei Mädels auf dem Rest der Couch und fragten sich, was der da wohl tut… Naja, benutzt ja auch nicht jeder Wordpress). Dementsprechend bin ich also a) spät drann und b) gibt es kaum noch was zu schreiben, was andere nicht schon beschrieben haben. Mir sind aber doch ein paar Dinge eingefallen, die vielleicht noch nicht jeder weiß:
Das Haus (Radialsystem V) ist toll. Ich würde hier gerne wohnen weil es überall Fenster, Sanitäranlagen und Steckdosen gibt. Allein diese Menge an Steckdosen… irre. Mein erster Blick fiel auf das Notausgang-Treppenhaus aus graustem Waschbeton und ich fühlte mich an eine üble Zeit in der siebten Klasse zurück erinnert. Aber, das ist gar nicht wahr. Hier gibt es auch viel Holz, wie gesagt Fenster und tolle Atmosphäre. Und einen Fahrstuhl – Gottseidank. Denn der Schlafsaal ist im fünften Stock und ich will gar nicht wissen, wer diesen Raum letzte Nacht ohne Fahrstuhl nicht erreicht hätte…
Auf die Gestaltung der Abhäng-Flächen ist mindestens so viel Zeit verwendet worden wie für die Planung des restlichen Programms. Es gibt Terassen, Sofaecken, Liegestühle, Musik und natürlich überall freies WLAN, Steckdosen sowie Schreibtische. Für Leute wie mich, die ihren Laptop nicht mitgeschleppt haben oder aus irgendwelchen anderen Gründen dieses essenzielle Arbeitsgerät der digitalen Bohème nicht dabei haben, stehen sogar Geräte zur Verfügung. So lässt sich wirklich arbeiten und leben. Schön gemacht.
Oh ja, und für solche, die doch lieber eine Bionade in der Hand halten als ewig ihren Laptop, für die gibt es eine wirklich sichere (Technik-) Garderobe. Deren Arbeit erinnert schon ein wenig an Passkontrollen in der DDR (was man alles zeigen soll! was die alles wissen wollen!), aber dafür ist dann eben alles Abgegebene in sicheren Händen.
Jaaa, natürlich ist das Programm auch toll. Als ich gestern (bzw. heute morgen so gegen vier) in Richtung Bett ging (Nachbarschaft, nicht der Schlafsaal), stieg ein Mann ins Auto. Meine Begleitung sprach ihn an und fragte, wie es ihm denn gefallen hätte. Der Mann begann zu fluchen: “Ach, der DJ, das Arsch, hat schon wieder so gut aufgelegt. Ich muss in drei Stunden auf der Arbeit sein.”