Fischkekse
Ich habe an der Fleischtheke geflirtet. Nein, nicht mit einem Fleischtheker (Fleischfachverkäufer? Fleischthekenbedienungsfachkraft?) oder einer Fleischthekerin, sondern mit einem anderen Kunden. An der Fleischtheke fiel er mir auf. Ein bisschen gucken, scheues Lächeln. Ganz klassisch. Auf dem Weg zur Kasse noch schnell die Kühltheke inspiziert, er verschwindet im Süßigkeitengang. An der Kasse ist er wieder da, steht hinter mit, lächelt.
Ich höre sein Hirn förmlich rattern, er will etwas sagen, was möglichst originell aber nicht aufdringlich, lustig aber nicht albern, eben einfach perfekt ist. Ich lächle und richte meinen Blick schnell weg von seinen Augen auf die Wahren vor ihm auf dem Band liegen. Nichts dabei, was ich wirklich eklig finde. Singlemengen.
Irgendwie verirrt mein Blick sich dann auf den kleinen Zeitschriftenständer neben den Tabakwaren. Eine Kochzeitschrift erzählt mir was von leckeren Salaten, Zucchiniraffinessen und Grilltipps. Das klingt gut, ich lege sie zu meinem Frühstück aufs Band. Noch ein Blick zu ihm – er starrt demonstrativ weg.
Hups, denk ich, so oma-like sind solche Zeitschriften doch gar nicht. Ganz im Gegenteil, habe ich mich nicht gerade als kochwilliges Mädchen mit Hang zum Grillen geoutet? Ist das nicht positiv? Anscheinend nicht. Vielleicht steht er nicht auf Salate? Zucchini-Allergie?
Beim Rausgehen fällt es mir auf: die Zeitschrift heißt “meine Familie & ich”.
Tja, das ist natürlich ein Grund zum Wegschauen, sehe ich ein. Den Tag hat der Kerl mir trotzdem versüßt ;) Dennoch mein Ruf an die Kochzeitschriften dieser Welt: Nennt euch bitte “sprich mich an”. Danke.