Die Katzenklappe

Gutenachtgeschichten — schuehsch @ 29. May 2007, 10:23

Es war ein Mal ein Mann, ungefähr vierzig Jahre alt, schmächtig, der lebte mit seiner dicken jungen Frau zusammen. Sie hatten zwei Katzen. Die vier zogen in eine Mietswohnung im ersten Stock eines alten Hauses. Aus dem Küchenfenster der neuen Wohnung konnte man in den Hof des Hauses schauen. Häufig spielten hier die Kinder der Nachbarn und wann immer es Zeit war, blühten Blumen und Bäume.

Das Haus lag in einer ruhigen Gegend und so beschloßen der schmächtige Mann und seine dicke Frau, ihre Katzen aus der Wohnung zu lassen. Dazu sollte eine Katzenklappe installiert werden. Da dies eine handwerkliche Tätigkeit ist, war es Aufgabe des Mannes. Er wußte aber nicht so recht, wie er es anstellen sollte. Denn in seine Wohnungstür wollte er keine Katzenklappe einbauen. Da hätte die Tür ja ein Loch bekommen und das hätte er nicht einfach zukleben können, wenn sie irgendwann mal wieder ausziehen sollten. Schließlich schlug er seiner Frau vor, die Katzen aus dem Küchenfenster auf ein Schuppendach springen zu lassen, von wo aus sie sicher über eine kleinen Leiter auf den Boden gelangen konnten. Seine Frau war empört: “Nein, das geht keinesfalls. Da müssen wir ja andauernd das Fenster aufmachen und dann werde ich krank von der eisigen Luft. Und außerdem verdrecken mir die Katzen das Fenster, da muss ich doch ständig putzen! Nein, das geht nicht, überleg Dir mal eine vernünftige Lösung!” Und so überlegte der Mann weiter.

Nach ein paar Tagen hatte er die zündende Idee: Er machte in der Küche ein Loch in die Außenwand. Durch dieses Loch konnten die Katzen bequem auf’s Schuppendach springen und von da aus weiter auf den Boden. So ein Loch in einer Mauer lies sich auch einfach wieder stopfen, wenn sie ausziehen sollten und für die Gesundheit seiner Frau hängte er einen kleinen Vorhang davor. Der Mann war sehr zufrieden mit sich. Seine Frau auch.

Nach vier Tagen stand neben den zwei eigenen einen dritte Katze in der Küche und machte Radau.

Baiserend auf einer wahren Begebenheit (ja, es hat wirklich jemand so ein Loch in die Wand eines Hauses gehauen, das ihm nicht gehört).

1 Comment »

  1. [...] keine allzu große Hilfe, aber gut. Vielleicht war das ja sogar der Mieter, über den die Geschichte war [...]

    Pingback by black box » immer wieder schön — 8. August 2007 @ 23:04

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