Hoch wissenschaftllich

Uni — schuehsch @ 23. May 2007, 12:21

Ich studiere. Da kommt es vor, dass ich Vorlesungen bei Menschen habe, die einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht und auch schon wieder überschritten haben. Tolle Leute, die von irgendwas wirklich irre viel Ahnung haben. Bei so jemandem habe ich jeden Freitag Seminar.

Da lernen wir die wirklich wichtigen Dinge des professionelen Phonetiker-Daseins. Wenn man zum Beispiel eine Studie machen will, muss man sich VORHER Gedanken machen über das wie und warum und so. Das macht man am besten nachts zwischen 2 und 3 Uhr bei einem Gläschen Wein. Das ist auch die beste Umgebung für die Auswertung solcher Studien. Wenn auf den Thesenpapieren keine Weinflecken sind, hat man was falsch gemacht.

Wenn man auf einer Konferenz ist, Vorträge hört und hält und so wichtig ist, dass man zwischen den Vorträgen sogar noch Zeug gefragt wird, sagt man am besten immer “Ja, aber was hätte ich sonst machen sollen?” Das geht immer und ist als hoch wissenschaftlich anerkannt. Ähnliches gilt auch, wenn ein Versuch trotz Gedanken, nächtlicher Stunden und Weinflecken irgendwie nichts gebracht hat, man aber doch etwas dazu veröffentlichen muss. Da schreibt man einfach “Das ist schwer zu operationalisieren.”

Schöne bunte Wissenschaft.

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