Nachwehen
In einer kleinen Stadt in Norddeutschland trug sich folgendes erst vor wenigen Tagen wirklich zu.
In dieser kleinen Stadt gibt es einen Rechtsanwalt – nennen wir ihn Sehl. Die Kanzlei von Herrn Sehl geht sehr gut, weshalb er mehrere Mitarbeiter hat. Seine Kanzlei liegt in einer sehr kleinen Straße, in der man schlecht parken kann. Deshalb parken seine Mitarbeiter immer an der großen Hauptstraße, die am alten Stadtwall entlang führt. Dieser Wall ist heute begrünt, kräftige Eichen stehen darauf und die Anlage gleicht einem kleinen Park.
Nun trug es sich aber zu, dass ein Sturm angekündigt war. So sagte der verantwortungsbewusste und vorausschauende Herr Sehl zu seinen Mitarbeitern: “Wer weiß, was bei dem Sturm passiert, womöglich stürzen die schönen alten Eichen auf die PKWs. Holt lieber eure Fahrzeuge her und stellt sie in die Einfahrt bei uns.” Und so geschah es.
Im Haus neben der Kanzlei von Herrn Sehl in dessen Einfahrt nun mehrer Autos standen, wohnt Herr Nirr. Im Garten von Herrn Nirr stand ein großer Baum. Dem starken Sturm konnte dieser große Baum im Garten von Herrn Nirr nicht stand halten und kippte in die Einfahrt von Herrn Sehl, in Richtung der hier vermeintlich sicher geparkten Autos.
Glücklicherweise verfehlte der fallende Baum die Autos, versperrte allerdings die Ausfahrt, so dass vorerst niemand mehr heraus konnte. Bald kam die Feuerwehr mit dem größten Feuerwehrauto der kleinen Stadt um den Baum zu beseitigen. Während die Feuerwehrmänner sich am umgekippten Baum zu schaffen machten, beschloss Frau Liek, eine Mitarbeiterin von Herrn Sehl, Feierabend zu machen. Sie dachte sich “Na, die Feuerwehrmänner sind schon weit gekommen, ich werde die wenigen Minuten, die es noch dauern kann, bis sie fertig sind, in meinem Auto warten.”
Tatsächlich waren die Räumungsarbeiten sehr bald abgeschlossen. Nun ist die Einfahrt zur Kanzlei von Herrn Sehl sehr schmal und das große Feuerwehrauto musste viel rangieren, um wieder aus der Einfahrt raus zu kommen. Abgesehen vom Fahrer standen alle Feuerwehrmänner draußen und wiesen ihren Kollegen ein. Der Fahrer des Feuerwehrautos steuerte den Wagen rückwärts. Weiter und immer weiter. Seine Kollegen begannen, hektische Gesten zu machen und Frau Liek, die in ihrem Wagen saß, schaute entgeistert. Das Feuerwehrauto kam immer weiter auf ihren PKW zu und sie war so perplex, dass es ihr nicht gelang, zu hupen. Das Feuerwehrauto schrammte an ihrem Fahrzeug entlang und drückte es ein.
Frau Liek ist nichts passiert, aber ihr Wagen hat einen Totalschaden.