Beastie Boys und Affenbrunft
Es geht doch immer nur um Zeit.
Eben gerade waren Kante im Roxy in Saarbrücken. Kurz ein paar Sätze zur Örtlichkeit: Netter kleiner Laden - trotz Leopardenfellmustertapete an den Säulen und hmm, notgedrungen trotz der Säulen. Aber doof sind die schon. Klar will ich auch nicht, dass die Decke da einstürzt, aber ich will auch was sehen können…
Beim Reingehen hörte ich noch: “Ist es denn voll heute Abend?” - “Nein, nicht so voll wie erwartet. Die sind halt nicht so bekannt”. Wir waren ungefähr 70 Zuschauer (und 7 Musiker ;)) und auch wenn der Club klein ist, ein Mehrfaches davon hätte er durchaus gut beherbergen können (Zuschaue, nicht Musiker - kleine Bühne).
Es war also recht leer und kühl. Wer Kante kennt, weiß, was einen auf einem Konzert erwartet: Der Sänger Peter Thiessen hat durchaus mundfaule Tage und sagt auch mal drei Stücke hintereinander gar nicht an (so erlebt auf Berlin 05). Außerdem hat die Band viele ruhige und Instrumentalstücke veröffentlicht, was natürlich auch ein solches Konzert bestimmt.
Fast immer geht es nur um Zeit. Sogar in den Liebesliedern geht es eigentlich nur um Zeit und in den ganz wenigen Liedern, in denen es nicht um Zeit geht, geht es um Raum. Also sehr abstrakt und doch sehr nah und damit eben auch nicht allzu massenkompatibel - was auch den bereits angedeuteten eher geringen Bekanntheitsgrad erklärt.
Selbst wenn man die Band kennt, überlegt man sich eben zwei Mal, ob man auf ein Konzert von ihnen gehen möchte, weil es etwas ganz anderes ist als bei den meisten anderen Bands. Natürlich lädt das sie Musiker nicht vergebens zu wundervollen Soli und Variationen ein. Mir war vorher nicht klar, dass ein ruhiges Stück einen nicht nur abholen sondern auch in Trance versetzen kann.
Peter Thiessen sieht ein bisschen aus wie Jonathan Meese, er klingt so und für beide ist Zeit wichtig; zentral in ihrer Kunst (auch wenn ich gerne glaube, dass man das bei Jonathan nicht sofort entdeckt und er selbst es womöglich leugnen würde, schließelich steckt hinter seinem Werk kein Konzept - ganz im Gegensatz zu dem Kantes; speziell dem Album Zombie). “Wir leben von einem Glauben, der unserer Gegenwart vorauseilt” (dieses Lied war übrigens Teil des schönen Schlusses heute Abend). Allerdings. Wie ungeahnt wahr. Mir war das vorher überhaupt nicht klar und mit Sicherheit kann ich es nicht gut erklären, aber diese beiden Männer haben etwas gemeinsam und das ist wichtig. Ich bin gespannt. Da geht noch viel. In der Zukunft die nicht aufhört, die Gegenwart zu spiegeln.
ja Kante waren auch in Münster aber ich habe entschlossen nicht hinzugehen, weil nach Berlin05 war ich doch sehr enttäuscht von denen, weil die kein Interview zu Politik geben wollten, aber auf Berlin05 waren. Hmmmm…
Egal, das neue Album ist auch eher entäuschend und so werde ich wohl dabei bleiben, dass ich ab und an mal vielleicht wieder “Süßes Gift” von der Zombi anhöre, weil das Album war noch was gutes, vielleicht das Einzige!?
Ich hab mir Zombi zu erst gekauft und das ist auch wirklich ein wahnsinnig tolles Album. Weil ich es so gut fand hab ich mir die ersten zwei Alben gekauft udn war enttäsucht. Die sind langsamer, ruhiger und nicht so gut durchdacht.
Das neueste find ich fast schon poppig, also so gewöhnlich, angepaßt. Das find ich schade.
Ich hab Kante nie als eine Band empfunden, zu der das gepasst hat. Ein bisschen freut es mich auch, dass das neue Album ein recht schnelles ist, aber das hebt den gewöhnlich-Minuspunkt leider nicht auf. Vielleicht hat sie ja auch jemand dazu geprügelt so ein normales Album aufzunehmen ;)
ich denke die haben sich selber dazu geprügelt, weil es eine schicke welle ist auf der man mal geld machen kann, wenn man sich anhört wie tomte für arme… ;)
[...] Auch Schuehsch war mal auf einem Konzert von denen und wurde nicht verbrannt von Kante. [...]