% ³ß+&X! aufräumen */§]2-_-
Es gibt so… Geschichten. Die erzählt man sich und dann lacht man darüber. Partywitze vielleicht. Dinge, die man beim ersten Date dem Gegenüber erzählt um ihm sympathisch zu sein. Sachen, die man seinem Arzt erzählt, wenn man seit Wochen mit niemandem gesprochen hat. Vorkomnisse, die man den unbelebten Gesichtern auf Papier erzählt, wenn man noch nicht einmal mehr zum Arzt geht. Geschichten, die das Leben nicht bedeutender machen. Auch nicht unbedeutender. Sie sind eigentlich nicht wichtig. So eine Geschichte ist diese hier.
Es geschah an einem Freitag. Dem 13. Tag eines irrelevanten Monats. Ihre Haare waren noch naß vom Duschen, das Teewasser kochte und sie wollte schnell die Post holen. Sie nahm den Briefkastenschlüssel, huschte durch die Wohnungstür, zog diese nach, damit die Katzen nicht entwsichen konnten und dann war die Tür zu. Sie stand draußen im Flur, noch barfuß, aber immerhin angezogen, mit dem Briefkastenschlüssel und einem verdutzten Gesicht. Sie nahm die Post aus dem Briefkasten, stellte sich auf die Fußmatte mit der debil grinsenden Sonne vor der Wohnungstür und klingelte. Nichts. Der Mensch auf der anderen Seite der Tür föhnte sich die Haare. Die Musterung der Wand neben der Tür kannte sie schon von ihrem letzten längeren Aufenthalt im Flur und wandte sich also der Post zu. Eine Mitgliedsbeitragsrechnung und der JMMV-Versand. Ah, prora 06. Richtig, da war was. Sie klingelte oft. Irgendwann war der Föhn aus, die Tür auf und sie kriegte wieder warme Füße.
Und die Moral von der Geschicht? Keine Ahnung, ich habe keine Moral.