Das Mädchen auf dem Dach
Es war ein Mal ein großes Mädchen (eigentlich war sie wohl schon eine Frau, aber sie bevorzugte es, über Mädchen anstatt über Frauen oder junge Frauen zu schreiben und sie schreibt hier über sich selbst, allerdings schreibt sie am liebsten auktorial und in der dritten Person und in der Vergangenheit), deren Semester hatte begonnen.
Sie fasste immer dann einen Vorsatz, wenn er sich anbot, nicht an Silvester. Einer ihrer letzten Vorsätze war gewesen, mit dem Rad zur Uni zu fahren. Der Vorsatz war schon über ein Jahr alt. Seine Verwirklichung noch keine 12 Stunden. Wobei sie gemogelt hatte. Sie war nur zur Bushalstestelle mit dem Rad gefahren. Und dann mit dem Bus weiter. Das war aber ein guter Kompromiss, wie sie fand.
An der Uni hatte sie eine nette Sekretärin kennengelernt und einen Schein abgeholt. Das Seminar zu dem sie hätte gehen wollen, fand noch gar nicht statt. Aber sie musste sich dafür anmelden, schrieb sich also als Nummer 14 von 15 möglichen auf die Teilnehmerliste und freute sich.
Dann regte sie sich ein bisschen über die neue Nummerierung der Gebäude auf. Man hatte vollkommen unabhängig vom alten, ihr geläufigem System auf ein neues, vollkommen anderes und noch dazu, wie sie fand, unlogisches Nummern und Zahlen Chaos umgestellt. Das verwirrte sie, aber die Sonne schien.
Auf einem Schild stand “Bedienst du nur Anforderungen oder setzt du Maßstäbe?”. Die Mädchen mit den Werbelächeln auf dem Plakat hatten ausnahmslos unappetittliche Zähne.
Sie ging arbeiten.
Ja, das ist mal wieder so eine Geschichte, in der nichts passiert, ich weiß :) Aber ich mag’s. Mir war danach. Ihr müsst es ja nicht lesen ;)
Ich wünsche allen einen ebenso schönen Start in’s Semester, wie ich ihn hatte.


