Wer sind die Andern?

Gutenachtgeschichten — schuehsch @ 30. March 2005, 16:42

“Immer die Andern” ist ein Lied von der Kleingeldprinzessin (www.kleingeldprinzessin.de), einer Berliner Straßenmusikerin. Sehr zu empfehlen (Danke Jona). Das ganze Lied geht so *sing*:

Immer die Andern

….sie zerstören die Umwelt. Und verstopfen die Autobahn, verursachen zu viel Müll und unterstützen den Rinderwahn.
Sie haben ein ungerechtes Weltwirtschaftssystem. Sind egoistisch und skandalgeil, stinkendfaul und bequem.

Immer die Andern (immer die Amis), wie könnt´es anders sein?
Immer die Andern. Da schließ ich sie und mich, liebe Hörer, selbstverständlich nicht ein.

Tierversuche, das find ich ekelhaft! und Kinderarbeit, gehört auch abgeschafft! Massentourismustierhaltung und Atomkraft.

Immer die Andern……

Wir surfen uns ein Supersonderangebot, spenden Weinachten für Welt für die
Brot und essen Schokoladenweihnachtsmänner für 29 cent, trinken Kaffee
den keiner beim Vornamen kennt.

Und es sind immer die Andern…..

Und so werden wir täglich schlanker, eleganter und immer erreichbar, einmalig,
welterfahren, unvergleichbar, umgeben von digitalen Findigkeiten.
Zivilisation ist die ständige Vermehrung unnötiger Notwendigkeiten.

Und das sind immer die Andern……

Besonders treffend find ich ja den Satz über die Zivilisation… *abschweif*
Auf bald.

die zweite gute Nacht

Gutenachtgeschichten — schuehsch @ 29. March 2005, 21:57

Schon wieder müde…

Zum Einschlafen zu lesen
von Bert Brecht

Der, den ich liebe
Hat mir gesagt
Dass er mich braucht.
Darum gebe ich acht
Sehe auf meinen Weg und
Fürchte von jedem Regentropfen
Dass er mich erschlagen könnte.

Gute Nacht

erste Schritte

Gutenachtgeschichten — schuehsch @ 28. March 2005, 17:00

Wenn ich nicht so müde und dementsprechend mit meinen Gedanken schon in den Federn wäre, würde ich jetzt sogar was Spannendes schreiben :)
Allen Anderen, die auch müde sind, sei dieses mit auf den Weg gegeben:

Zum Einschlafen zu sagen
von Rainer Maria Rilke

Ich möchte jemanden einsingen,
bei jemandem sitzen und sein.
Ich möchte dich wiegen und kleinsingen
und begleiten schlafaus und schlafein.
Ich möchte der Einzige sein im Haus,
der wüsste: Die Nacht war kalt.
Und möchte horchen herein und hinaus
in dich, in die Welt, in den Wald.
Die Uhren rufen sich schlagend an,
und man sieht der Zeit auf den Grund.
Und unten geht noch ein fremder Mann
und stört einen fremden Hund.
Dahinter wird Stille. Ich habe groß
die Augen auf dich gelegt;
und sie halten dich sanft und lassen dich los,
wenn ein Ding sich im Dunkel bewegt.

Gute Nacht

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