Reisenotizen – Nachreichung

Gutenachtgeschichten — schuehsch @ 14. December 2011, 21:49

Paillette auf Fliesen

Auf dem schlecht gefliesten Bahnhofsklo des Hauptbahnhofs Wolfsburg liegt eine einzelne Paillette. Das sagt mehr über diese Stadt aus, als was man wissen muss. (6.11., 07:52)

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Buch, Gutenachtgeschichten, Uni — Tags: , , , , , — schuehsch @ 25. November 2011, 18:02

Ich stelle mir das so vor:

Als du an der Uni angefangen hast, brauchtest du Geld. In den ersten Semestern hast du BaFöG bezogen, dann wurde es dir aber zu doof, jedes Semester aufs neue deine Kontoauszüge durchsehen zu lassen. Darum hast du im 5. Semester angefangen, in der Universitätsbibliothek zu arbeiten. Du hast Aufsicht geführt im Lesesaal, neue Bücher katalogisiert und irgendwann auch in der Ausleihe geholfen. Es war spannend, zum ersten Mal ins riesige Magazin zu gehen wo die Bücher nur nach Größe sortiert stehen, die richtigen zu finden, auf den Wagen zu packen und nach oben zu bringen. Dort dann wieder in Fächer sortieren und schließlich erleben, wie Menschen kommen, um diese Bücher abzuholen.
Da war ein Professor, der kam jeden Tag. Er holte jeden Tag ein Buch ab. Immer nur eins und immer gegen 12. Als du ihn nach einigen Wochen (more…)

Reisenotizen

unterwegs — Tags: , , , — schuehsch @ 3. November 2011, 18:59

Gedanken von unterwegs. Weil man in Zügen so viel Zeit zu denken hat.

Hildesheim sieht aus wie Freiburg-Vauban. Ach diese Lohas. (17.10., 13:33 Uhr)

An meine Lieblingsleserin:
Zug hält in Bremen. Ich winke, auch wenn du weg bist! (25.8., 04:59 Uhr)
Mein Zug fuhr grad durch Bremen und ich habe gewunken >.< Aber immer nur winken ist ja auch doof… (2.9., 14:25 Uhr)
LALALALA. Heute fährt mein Zug voll nicht durch Bremen, sondern durch Lüneburg. Zieh doch dahin, dann kann ich winken! (29.9., 23:09)

Auf dem Lüneburger Bahnhof riecht es nach nassem Sand, Pilzen, Wald und Wiesen. Willkommen in der Heide. (29.9., 22:46 Uhr)

Büchen hat 5 Bahnsteige: 1, 4, 40, 41 und 140. Die spinnen, die Römer. (7.8., 22:16 Uhr)

Wenn der Weg das Ziel und ankommen nicht mehr so wichtig ist – Steige in FfM willkürlich in Züge, deren Richtung grob stimmt. Weil alle Anzeigen defekt und alle Ansagenden schon im Bett sind. So müssen sich Hipster-Survivaltrips anfühlen. (9.10., 02:34 Uhr)

Verloren & Vermisst

Alltag, unterwegs — Tags: , , , , , , , , — schuehsch @ 17. October 2011, 21:02

Update 21.10.:
YESSSS!!! Es ist tatsächlich mein Taschenbegleiter und nichts fehlt! Was bin ich erleichtert. Toll. Vielen Dank an alle, die geholfen haben – vor allem natürlich an Lucie!

Update 20.10.:
Ein Zettel der Post behauptet, dass die Sendung von Lucie in der Filiale auf mich wartet. Morgen kann ich sie abholen.

Update 19.10., 17 Uhr:
Endlich habe ich telefonisch jemanden erreicht. Es klingt wirklich nach meinem Taschenbegleiter. Auf twitter habe ich um Hilfe gebeten und Lucie hat sich bereit erklärt, den Kalender für mich abzuholen. Herzlichen Dank!

Update 19.10., 12 Uhr:
Die Post hat ein Schreiben gebracht, demnach mein Taschenbegleiter angeblich in Frankfurt am Main liegt. Allerdings sind in dem Schreiben sowohl meine Adresse als auch die Nummer der Verlustmeldung falsch angegeben. Ich trau dem Braten noch nicht ;)

Heute habe ich einen schrecklichen Verlust bemerkt. Am 14.10. habe ich bis Wolfsburg im ICE 276 (Wagen 1, Platz 21) gesessen. In den Zug bin ich mit meinem Taschenbegleiter von Roterfaden eingestiegen, aber leider ohne wieder ausgestiegen. Er ist blau und voll gestopft. Ich habe meinen Kalender im Zug vergessen. Ein Kalender kann ein Kalender sein. Mein Kalender ist mein Visitenkartenetui, mein Notizzettel, mein Telefonbuch, mein Stundenbuch, meine Spruchsammlung und eben auch mein Kalender. Der Verlust so einer Ansammlung ist nie praktisch, aber gerade jetzt ist er für mich besonders doof – ich habe in den nächsten 5 Monaten 6 Prüfungen und alle, ausnahmslos alle Notizen zu Themen und Ablauf dieser Prüfungen stehen in diesem Kalender. Ich würde eine Menge dafür tun, meinen Taschenbegleiter wieder zu bekommen. Gerne so schnell wie möglich.

Sachdienliche Hinweise nehme ich gern unter moi@schuehsch.net entgegen. Zur Not auch Lösegeldforderungen ;) In jedem Fall verspreche ich eine kleine Belohnung. Und sollte der Finder oder die Finderin in Erwägung ziehen, den Taschenbegleiter zu behalten – ich sitze quasi an der Quelle und verspreche gern die Vermittlung eines eigenen Modells, wenn ich meinen zurück bekommen habe. Die Deutsche Bahn habe ich natürlich schon gefragt. Danke für Hinweise.

Eine Woche im September 2001

Blogroll, Kultur, mit Bild — Tags: , , , , , , , — schuehsch @ 4. August 2011, 09:43

(c) Reinhard Karger, http://september-2001.net/ Ich bin zu einer Ausstellung eingeladen worden. Reinhard Karger war im September 2001 in New York und hat dort Bilder gemacht. Auch am 11. September und danach. 10 Jahre nach dem Datum werde diese nun in einer Fotoausstellung gezeigt. Ich kenne Reinhards politisches Fingerspitzengefühl und bin schon sehr gespannt. Noch dazu kann man auf dem Plakat schon einige Bilder sehen und die sind schön – oder wären es, wenn man nicht genau wüsste, woher der Rauch kommt und was das tolle Licht trüben wird. Die Ausstellung wird am 13. August eröffnet und geht bis zum 3. Oktober. Zu sehen sind die Bilder in der Patton Stiftung: Sustainable Trust (Saargemünder Straße 70, 66119 Saarbrücken), Mittwoch bis Freitag jeweils von 10 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. Mehr Informationen gibt es auf der Facebook-Seite und dort kann man sich auch zur Vernissage anmelden (schade, dass gerade Facebook…).

Außerdem gibt es noch eine Seite zur Ausstellung: Die ist besonders erwähnenswert, weil dort in den Kommentaren auch Erzählungen der Nutzer gesammelt werden: “Wo warst Du am 11. September 2001?

“Der 11. September 2001, ein Dienstag, ist ein Tag, an den sich jeder erinnert. Und jeder weiß, wo er gewesen ist, wie er von den Anschlägen in den USA erfahren hat.”

Mir gefällt die schlichte Umsetzung und wie klein die Geschichten über so einen großen Tag sind. Schreibt euch dazu und wer kann, sollte sich diese Ausstellung anschauen. Eine spannende Idee, Reinhard! Und danke für dien Einladung :)

Bild: (c) Reinhard Karger, http://september-2001.net

Marie

Beetlebum Marie

Drüben bei Beetlebum, der autobiografischen online Graphic Novel von Johannes Kretzschmar, ist ein ein besonders toller Comic erschienen. Das ist schon was wert, wenn ein Mann klar formulieren kann, dass er sich durch Frauen die “alles” können in seiner Männlichkeit bedroht fühlt. Schade aber, dass es Männern überhaupt so geht. Begegnet einem viel zu oft und hat selten positive Konsequenzen. Und es passt auch sehr gut zu Berlin.
Passiert das eigentlich auch Frauen? Dass Frauen sich von Männern in ihrer Weiblichkeit bedroht fühlen?

Danke für den tollen Comic!

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