aber was will man machen

Gutenachtgeschichten — schuehsch @ 28. July 2010, 18:36

Dieser Blogpost (wenn der oder der oder der oder der es nicht schon getan haben) wird meinen Ruf ruinieren.*

Bisher konnte ich jedem glaubhaft machen, dass ich Schuhe gar nicht so übermäßig spannend finde. Zumindest jedem, der noch nie mein Schuhregal gesehen hat. Streng genommen sind das dann auch gar nicht _alle_ meine und es sieht nach viel mehr aus, als es sind, aber… Okok, ich komme da nicht mehr raus. Klappe zu, Affe tot. Ich interessiere mich für Schuhe. Hilfe, ich bin ein Klischee. Aber was will man machen.
Eigentlich geht es hier aber gar nicht um Schuhe, sondern um den enorm hohen Grad um den Flatrates das Leben schöner machen können (oder so tun, als würden sie es… Sprach ich mal über den Fluch des Wissens, das einen alles, aber auch wirklich alles, relativieren lässt? Ist ja schrecklich!). Und ich hätte nun mal gern diese Schmalspur-Flatrate von Zalando.


Irgendwer/etwas flüstert mir zum Beispiel ein, dass es mein Leben erheblich beglücken würde, hätte ich schöne blaue Schuhe mit gelben Streifen, die hier zum Beispiel. Pinke (andere!) habe ich schon, gelbe (ganz andere!) auch und grün ist schon länger kein Thema mehr, aber hey – blau! Vor allem in dieser knalligen Kombi. Kann man super zu allem und nichts tragen – mein persönliches Must-Have.

Und gerade von Adidas- von denen sollte ich eh viel mehr Schuhe haben, um endlich sicher zu wissen, welche Größe ich bei denen denn nun brauche. Da hatte ich nämlich mal ein Paar, das passte wirklich perfekt. Das waren aber auch in vielerlei Hinsicht die besten Schuhe I ever had, weil… Aber das ist ein anderes Thema und wäre nun wirklich ein schöner weiterer Beitrag für eine Serie.

*Oder das Eingeständnis einer längst existenten Serie sein.

Aufmerksamkeiten

Alltag, Links — Tags: , , — schuehsch @ 10. June 2010, 12:33

Flattr werde ich jetzt nicht erklären. Das haben viele andere getan – hier ein Beispiel. Und es gibt auch zahlreiche kluge Äußerungen zur Sinn- und Unsinnhaftigkeit des Ganzen und wie man es weiterentwickeln könnte.
Ich wollte jedenfalls nur kurz Bescheid sagen, dass das hier jetzt auch geht. Danke für die Aufmerksamkeit.

PS
Falls noch jemand zu Flattr eingeladen werden möchte, bitte melden, hier liegen noch Invites rum.

Querstreifen

Gutenachtgeschichten — Tags: , , , — schuehsch @ 9. June 2010, 22:06

Als der Winter zu tauen begann, forderte PayPal sie auf, Antworten auf Sicherheitsfragen zu hinterlegen. “Wie hieß ihr erster Mitbewohner?” Sie schluckte. Gab seinen Namen ein. Und musste tagelang an ihn denken.

Längsstreifen.
Schachbrettmuster.

Längsstreifen

Gutenachtgeschichten — Tags: , , , , — schuehsch @ 8. June 2010, 23:26

Er atmete tief durch. Er wusste schon, dass sie es war, noch bevor er auf das Display seines Mobiltelefons schaute oder sie ihren Namen sagte. Er hatte für all Anrufe und Nachrichten von ihr einen besonderen Klingelton eingestellt.
“Hallo, ich bin’s.” (more…)

schuehchen

Gutenachtgeschichten, mit Bild — Tags: , , , , — schuehsch @ 31. May 2010, 18:16

Du. hast. ja. keine. Ahnung.

Habe ein Geschenk bekommen. Ein schönes. Ein schönes Paar Schuhe. Highly customized, jungfräulich weiß und fast zu schade, um im Alltag getragen zu werden. True shoelove, ick sachet euch.
Das ist ein Paar möchtegern-Chucks, bemalt mit Acrylfarben und Permanentmarker. Leider sind die Schuhe ein bisschen groß, wären also eher mit dicken Socken und Stulpen im Winter zu tragen. Aber natürlich keinesfalls bei Regen! Und auch nicht auf Rasen! Niemals auf Volksfesten! Vielleicht kaufe ich mir eine Vitrine und stelle sie da rein. Aber wehe, es wird jetzt nicht ordentlich Sommer!

Schuhe von rechts (more…)

>> Strecken

Blogroll, Gutenachtgeschichten, Links — Tags: , , , , , , — schuehsch @ 27. May 2010, 11:27

Am Anfang waren es zwanzig Kilometer. Die waren die weitesten, ohne Führerschein und mit einer Zugverbindung, über die der Schalterbeamte lachen mußte. Später schmolz dieses Problem auf das kleinere, ein Auto aufzutreiben. Wenn sie einander nicht besuchten, telefonierten sie, oder sie schrieben sich Briefe und Karten. Sie liebten sich mit der ganzen Abgeklärtheit ihres Alters: Laß uns einander nie, niemals zur Last fallen. Und dann strahlten sie.

Die Entfernung wuchs: Er studierte anderswo, da hielt es auch sie nicht, und sie vergrößerte den Abstand um einige hundert Kilometer. Sie verbrachten viel Zeit in Zügen und waren Paar am Wochenende. Aber nur, wenn du wirklich nichts anderes vorhast, ja?

Bald kam ein Angebot, das er nicht ausschlagen konnte, und er verließ das Land. Mein Freund ist in Amerika, sagte sie und glaubte es selbst fast nur, wenn sie die fremden Briefmarken sah. Achttausend Kilometer, sprach sie vor sich hin; frequent flyer. Am Telefon machten sie einander großzügig Angebote: Ich möchte dich nicht gefangen halten. Wenn du nicht mehr willst … Und dann reisten sie wieder. Zeit war zu knapp für Alltag; Tränen fielen nur beim Abschied oder kurz danach.

Nach zu vielen interkontinentalen Jahren wollte sie Wurzeln und eine Sprache, in der sie sich zuhause fühlte. Ihm dagegen stand die Welt offen, auf jedem Erdteil eine Tür, und eine Weile dachten sie, jedes für sich, an getrennte Wege.

Dann kam er doch nach Hause; noch auf der Reise war es, um sein neues Leben mit ihr ans alte anzuknüpfen. Aber den Husten, den er mitbrachte, hatte er nicht von der Klimaanlage im Flieger: das machte Entfernungen plötzlich gleichgültig. Ihre Zeit teilte sie nun in Arbeitsstunden und die bei ihm auf der Station. Die Prognose war gut, die Ärzte in Maßen zuversichtlich; ein so junger, kräftiger Mann … Er sagte: Wenn ich das gewußt hätte, ich hätte andere Prioritäten gesetzt. Sie sagte: Ich würde dich so gerne anfassen dürfen.

Als er starb, gab es keinen Abschied. Sie konnte ihn nicht einmal bis zur Tür begleiten. Bei seiner Beerdigung trug sie Weiß, um überhaupt etwas zu sehen; danach wartete sie eine Weile, ob sie ihm nicht doch noch folgen würde. Schließlich widmete sie sich wieder ihrem Leben. Strecken maß sie weiterhin in Kilometern, aber die Zeit war eine andere geworden, flüchtig, keineswegs mehr verläßlich oder gar berechenbar.

by lakritze

Bei Lakritze habe ich diese Geschichte gelesen (Danke) und stehe ihr berührt hilflos gegenüber. Wie wenn der Wecker klingelt und man schon vergessen hatte, dass man wird aufwachen müssen.
Zeit ist immer gleich vorbei. Man hat sie, wenn man nur will und es gibt nichts, was wertvoller ist. Ohmeingott, was habe ich für eine Angst, das zu vergessen. Was mir diese Geschichte gibt, haben andere schon anders formuliert: “Mitunter läuft man Gefahr, sich selbst unähnlich zu werden.” Focus. Es gibt immer ein Ziel.

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